Holz ist Thema am Tag des offenen Denkmals



Sassenberg (sau) - „Holz“ lautete kurz und bündig das Motto des diesjährigen bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“ am Sonntag. Viele Einrichtungen in Sassenberg und Füchtorf beteiligten sich.

Gerne gab Anne Sondermann (l.) Auskunft über das Gästehaus des ehemaligen Fürstbischofs und die Treppe zur „Belle Etage“.

 Holz wird seit Jahrtausenden im Handwerk verwendet – für jungsteinzeitliche Langhäuser ebenso wie im Schiffsbau, für stattliche Fachwerkbauten und beeindruckende Dachkonstruktionen oder Innenausstattungen. All dies hat Sassenberg auch zu bieten und lud alle Bürger in die verschiedenen Privathäuser und öffentlichen Denkmäler.

 Im Haus Sondermann an der Von-Galen-Straße wurden den Gästen nicht nur fachkundige Geschichten über die glanzvolle Barocktreppe von Anne Sondermann erzählt, mancher fühlte sich auch beim Begehen der Treppe wie ein Diplomat, Beamter oder fürstlicher Botschafter. Das große Treppenhaus schmückte das ehemalige Gästehaus des Fürstbischofs, da er seinen Gästen nicht nur „modernen“ Wohnkomfort bieten, sondern seinem Bedürfnis nach Repräsentation Ausdruck verleihen wollte. Durch die Glasbausteine über der Eingangstür des Hauses konnten die Besucher ein wunderbares Farbspiel im Flur beobachten.

Nur ein paar Straßen weiter stand im „Alten Zollhaus“ eine Ausstellung zum Thema ´“Holzständerbau“ mit einem Modell des barocken Kernbaus des Zollhauses im Maßstab 1:10 bereit. Jeder konnte nach Belieben kleine Holzziegel für das Modell kaufen und selbst anbringen. Der Erlös fließt in die Renovierung und Instandsetzung des Hauses.

Ferner demonstrierte Bildhauer Josef Kloidt sein Geschick mit dem Schnitzwerkzeug. In der Ausstellung „Vom Löffel zur Skulptur“ konnte der Prozess der Verarbeitung eines einfachen Stückes Holz bis zur fertigen Skulptur in den einzelnen Schnitzstadien verfolgt werden. Das unmittelbar neben dem Zollhaus gelegene Haus Sökeland bot neben der Ausstellung von Benno Sökeland und seiner drei Kinder nicht nur wunderschön gemalte und gedruckte Bilder, sondern auch eine kleine Führung durch die Geschichte des Hauses. Die Kombination zwischen Alt und Neu spiegelt sich besonders in den unterschiedlichen Ansichten der Vorder- und Rückseite sowie der Symmetrie der Außenfassade wider. Zugleich ist sie ein gutes Beispiel für die vielfältige Nutzung des Holzständerbaus.

Die Idylle der Gräften, Gärten und Häuser brachte Christian Rath Besuchern des Gebrasa Geländes an der Schlossstraße näher. Zusammen wandelte man auf den Spuren Sassenbergs im früheren Sumpfgebiet, wo vor ungefähr 900 Jahren die Geschichte der Stadt begonnen hatte.

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