Hundeschule steht in der Kritik



Sassenberg (ra) - Kaum ein Projekt erregt derzeit in Sassenberg mehr Gemüter als ein Hundeausbildungs-Platz auf einer Wiese in Gröblingen. Er ist Jägern und Landwirten ein Dorn im Auge. Andererseits liegen zahlreiche Unterschriften für den Erhalt der Anlage im Rathaus vor.

Kann und soll die Hundeschule in Gröblingen nachträglich genehmigt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Politik.

DPlatz hat ein gravierendes Problem: Er ist offenbar illegal errichtet worden.

Ein privater Betreiber bietet auf dem Areal mit der offiziellen Bezeichnung „Gemarkung Gröblingen, Flur 5, Flurstück 15“, unweit des Innenausstattungs-Unternehmens Rolf Dahlhoff, seit einem Jahr den Service einer Hundeschule an.

Derzeit findet der Unterricht an drei Tagen in der Woche jeweils für sechs Stunden statt. Und damit gehen Probleme einher, wie CDU-Ratsherr Alfons Westhoff im Rahmen der jüngsten Sitzung des Infrastrukturausschusses feststellte: „Ich möchte wissen, wie da 25 und mehr Fahrzeuge parken können, ohne dass es zu Behinderungen für die Landwirtschaft kommt. Was ist mit Toilettenanlagen, wie kann sichergestellt werden, dass der angrenzende Wald nicht tangiert wird und sollen da später etwa Gebäude errichtet werden?“

 Zudem, so Westhoff, sei die Anlage illegal, weil ohne Genehmigung, errichtet worden. Erster Schritt für eine, vom Betreiber nachträglich beantragte, Erlaubnis wäre die Ergänzung des bestehenden Flächennutzungsplans um den Zusatz „Grünfläche mit einer Zweckbestimmung hinsichtlich des Hundesports“.

Dafür wäre der Infrastrukturausschuss zuständig. Die Genehmigung selbst könnte im zweiten Schritt durch den Kreis Warendorf ausgesprochen werden.

 Rolf Dahlhoff, FDP-Ratsherr und Anlieger des Hundeplatzes, kann in der Tierschule nur Vorteile erkennen: „Die Ausbildung von Problemhunden kommt letztlich allen Bürgern zugute.“ Dadurch, dass die Besucher ihre Wagen seit einiger Zeit nur noch in einer Fahrrichtung abstellten, gebe es auch kein Problem mit zugeparkten Wirtschaftswegen mehr.

 900 Unterschriften zum Erhalt des Platzes in der bisherigen Form, so teilte es Bürgermeister Josef Uphoff den Politikern mit, seien ihm zehn Minuten vor Sitzungsbeginn noch schnell übergeben worden. Seine erste Einschätzung sei, dass es sich „nicht nur um Unterschriften Sassenberger Bürger“ handele.

 Mehrheitlich waren die Politiker nach längerer Diskussion der Meinung, vor einer Entscheidung die von Westhoff formulierten Fragen vom Betreiber beantwortet haben zu wollen. Niemand könne schließlich absehen, wie sich die weitere Auslastung der Anlage künftig entwickeln werde. Im November kommt das Thema erneut auf den Tisch.

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