Mit dem Geländewagen geht es in Sassenberg ins Revier


Jungen und Mädchen sind mit Mitgliedern des Hegerings unterwegs gewesen. Gezeigt wurde unter anderem, wo die Wildschweine zu Hause sind.

Vom Schützenplatz aus ging es für die Mädchen und Jungen mit den Jägern ins Revier. Dort konnten sie Tiere in der freien Natur beobachten.

Sassenberg (gl) - Es war ein bisschen wie eine Safari: In knorrigen Geländewagen über Wald- und Feldwege rumpeln, über Stoppelfelder und durch Gebüsch zum Hochsitz schleichen und dann gespannt auf Wildtiere warten – der Hegering Sassenberg konnte seine Traditionsveranstaltung „Ansitz mit Kindern“ wieder als vollen Erfolg verbuchen.

Natur im Münsterland mit den eigenen Augen erleben

22 Jungen und Mädchen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren waren samt ihren Eltern zum Schützenplatz gekommen. Jeweils zwei Kinder durften sich einen Jäger aussuchen, mit dem sie ins Revier fuhren. Das Ziel: gemeinsamer Abendansitz ohne Gewehr, dafür mit Fernglas und Fotoapparat. Ihre Eltern ließen sie gespannt zurück.

„Wir hatten Glück mit dem Wetter“, freut sich Bernhard Knollmeier, der Vorsitzende des Sassenberger Hegerings. „Es war ein wunderschöner Sommerabend. Fast überall hatten die Kinder Anblick.“ Anblick, so nennt der Jäger die Sichtung von Wildtieren aller Art. Und darum ging es an diesem Abend: Die Kinder sollten die Natur im Münsterland mit den Augen und mit der Erfahrung eines Jägers erleben. „Wir haben Rehe gesehen. Erst ein weibliches Tier, dann einen Bock“, berichtete Lina begeistert, die während der zwei Stunden auf dem Hochsitz ihren Jagdführer mit Fragen regelrecht bombardierte.

Wo Wildschweine zu Hause sind

Im Flüsterton, versteht sich. Und so konnte sie beobachten, wie ein Bussard eine Maus erbeutete, wie Hasen im Stoppelacker spielten, und sie sah eben auch Rehwild auf dem Weg zu einem Rendezvous. Lina und ihr jugendlicher Begleiter Luka lernten, dass die Ricken im Moment noch ihre Kitze säugen, und dass sie, so wie alle Muttertiere, besonders geschützt seien. Sie lernten etwas über Wildschweine und wo sie zuhause sind. Sie wissen jetzt, dass Jäger verpflichtet sind, Wildschäden von der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischereiwirtschaft abzuwenden.

Natürlich hatten nicht alle Kinder Glück und haben viele Tiere gesehen. Mit erfahrenen Jägern wie Jürgen Jakoby wurde ihnen dennoch nicht langweilig: „Das ist eben kein Zoo, sondern die Natur. Da gibt es keine Garantie, Tiere zu sehen. Aber man erlebt immer etwas. Für meine beiden jungen Begleiter war die Fahrt mit dem Geländewagen ohnehin das Größte.“

„Zusammenhänge vermitteln“

Nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause waren die Veranstalter froh, dass der Ansitz mit Kindern im Rahmen der Ferienspieltage wieder stattfinden konnte. „Es ist uns ein Anliegen, die Zusammenhänge in der Natur in unserer Kulturlandschaft zu vermitteln und Hemmschwellen sowie Missverständnisse zwischen Nichtjägern und uns Jägern abzubauen“, sagt Bernhard Knollmeier.

„Kinder gehen meist vorurteilsfrei und neugierig mit uns um. Ihre Eltern lernen uns nach der Veranstaltung bei Bratwurst und Bier besser kennen.“ Die Stimmung war gut am Ende der Veranstaltung, und die Kinder bedankten sich zum Teil überschwänglich bei ihren „Jagdführern“. Ihre Eltern verabschiedeten sich zünftig: „Waidmannsheil – und guten Anblick.“

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