Mit Essig fängt die Kirche keine Fliegen


Füchtorf (jor) - „Mit Essig fängt auch die Kirche keine Fliegen.“ Zu dieser Erkenntnis ist Pater Wolfgang Strotmeier gekommen, der seit 50 Jahren in der Katholischen Kirche wirkt. 

Foto: Rieder

 Mit einer Eucharistie, der Danksagung, einem Empfang und einer Messe am Nachmittag hat die Füchtorfer Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt am Sonntag das Goldene Priesterweihejubiläum von Pater Wolfgang Strotmeier, der 1945 in der Bauerschaft Elve das Licht der Welt erblickt hatte, gefeiert. Der Anlass sei ein tiefer Grund, Gott „Danke“ zu sagen, betonte Pastor Norbert Ketteler. „Ein Anlass, Rückschau zu halten und ein Tag, Gott zu danken für die Begleitung, die Menschen, die ich begleiten durfte, die mich begleiteten und die mir Impulse gegeben haben“, sagte der Jubilar.

 Ganz im Sinne des Bibelworts, das er vor 50 Jahren für die Dokumentation seiner Weihe wählte: „Wir wollen nicht Herr über euren Glauben sein, sondern Mitarbeiter an eurer Freude.“ Was nicht leicht sei, unterstrich Strotmeier, denn: „Wir sind ein Stück weit zu einer klagenden Kirche geworden.“ Er selbst beklage eine resignative Stimmung, die sowohl bei konservativ, wie auch bei liberal Denkenden zu finden sei. „Mit Essig fängt man keine Fliegen“, untermalte er seine Worte mit einem Sprichwort. 

Nach dem Volksschulbesuch in Füchtorf wechselte der heutige Jubilar in Franziskaner-Internate in Dorsten und Mönchengladbach, absolvierte 1966 seine Abiturprüfung und studierte in Münster sowie München Theologie. Die Priesterweihe erhielt er im Franziskanerkloster in Münster von Bischof Tenhumberg. 

„Ich wirkte immer in Deutschland“, beschrieb Pater Strotmeier die Wirkungskreise seines Lebens, wobei er die sechsjährige Zeit in Halberstadt in der ehemaligen DDR besonders heraushob. Nicht wegen der Würstchen, an die er sich gut erinnert, sondern wegen der Kompromisslosigkeit, mit der die Menschen dort die Zugehörigkeit zur Kirche gesehen hätten. Es habe nur „ganz oder gar nicht“ gegeben, anders als im Westen. 

Für die Jubiläumsfeier hat der derzeit in Fulda tätige Pater seinen Geburtsort gewählt, weil er sich noch immer verbunden fühle. „Das geht, wenn man sich noch verträgt“, scherzte Pastor Ketteler, der die Eucharistie gemeinsam mit dem ebenfalls aus der Gemeinde stammenden Pfarrer Thomas Obermeyer und Dechant Andreas Rösner begleitete.

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