Zukunft des Immanuelhauses  ungewiss



Sassenberg (dor) - Gelingt die Belebung des Immanuelhauses, gibt es finanzielle Unterstützung zum Unterhalt des Mittelpunkts der Evangelischen Gemeinde in Füchtorf? Diese zwei Kriterien spielen bei der Entscheidung des Presbyteriums, das Haus zu schließen oder zu erhalten, entscheidende Rolle.

Das Presbyterium mit (v. l.) Monika Kickum-Binggeli, Anja Zumbrink, Martin Lerchner, Versammlungsleiter Gerhard Disterheft, Wilfried Schröer, Doris Sternberg und Pastor Michael Prien zeigten während der jüngsten Gemeindeversammlung im Immanuelhaus Flagge.

Am Montagabend fand ebendort die mittlerweile dritte Gemeindeversammlung statt, um die gegenwärtige Situation zu beleuchten. Zwei Familiengottesdienste, eine Kindergruppe, die sich einmal im Monat trifft, drei Familienfeiern und vier Treffen von anderen Gruppierungen sowie Spenden in Höhe von 330 Euro – so gestaltet sich der derzeitige Ist-Zustand beim Versuch, das Immanuelhaus vor der Schließung zu bewahren, wie Pfarrer Michael Prien den Anwesenden gleich zu Beginn der Zusammenkunft mitteilte.

Obwohl der Pfarrer die Arbeit der Steuerungsgruppe, die umtriebig nach Möglichkeiten zur Belebung des Gemeindehauses sucht und aufgrund deren Initiative bereits eine Kindergruppe entstanden ist, lobte, bleibe nach wie vor die Frage der Wirtschaftlichkeit der Unterhaltung des Immanuelhauses bestehen. Michael Prien zog hier eine Aussage des Immobilienausschusses des Kirchenkreises heran, der zufolge eine Hausbelegung von unter 30 Prozent Anlass zur Frage gebe, ob die Immobilie noch gebraucht werde.

„Mit acht bis neun Veranstaltungen pro Monat liegen wir weit unter dieser Zahl“, so Prien, der auch noch einmal die Haltung des Presbyteriums aufzeigte. Das Leitungsgremium betrachte die Kirchengemeinde im Ganzen und nicht nur ein einzelnen Haus und müsse darüber hinaus auch die finanzielle Entwicklung im Blick haben. Allein im nächsten Jahr müssen durch die Pfarrstellenpauschale und das Weniger an Gemeindemitgliedern etwa 4000 Euro zusätzlich aufgebracht werden.

Wolle man einen ausgeglichenen Haushalt auf lange Sicht bewahren, müssten jedoch die Ausgaben durch die Einnahmen stets gedeckt werden. Ein Sachverhalt, den das Presbyterium im Zusammenhang mit dem Immanuelhaus, dessen Unterhaltung jährlich mit 10 500 Euro zu Buche schlägt, nicht gewährleistet sieht.

 Einige Anwesende verwehrten sich dagegen, stets nur die Finanzen im Blick zu haben. „Auf die Menschen kommt es an“, meint etwa Hannelore Blanke in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der Sassenberger Frauenhilfe (Hintergründe und weitere Meinungen  in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ von Mittwoch, 22. Juni).

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