20 Millionen Euro werden investiert


Im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr klafft ein Loch von rund 3,2 Millionen Euro. Trotzdem soll kräftig investiert werde. Wie Bürgermeister Carsten Grawunder den Mitgliedern des Rates mitteilte, sind dazu Kreditaufnahmen von rund 15 Millionen Euro notwendig.

Läuft alles nach Plan, dann hoffen Bürgermeister Carsten Grawunder (r.) und Kämmerer Ingo Herbst, dass schon Mitte 2022 mit dem Bau der neuen Kindertagesstätte am Mondscheinweg begonnen werden kann. Dietmar Jeschke

Der Umbau der Rinkeroder Grundschule, ein Kita-Neubau am Mondscheinweg, eine neue Rinkeroder Feuerwache und eine zusätzliche Unterkunft für Flüchtlinge: Nur einige der Projekte, die eigentlich bereits in diesem in den berühmten Stiel gestoßen werden sollten, aus denen jedoch aus unterschiedlichen Gründen bislang nichts geworden ist. Doch das soll sich ändern.

Wie Bürgermeister Carsten Grawunder am Rahmen der Einbringung seines Haushaltsplanentwurfes für das Jahr 2022 in der Ratssitzung am Montagabend erläuterte, gebe es vor allem in Sachen „Feuerwache Rinkerode“ endlich erfreuliche Nachrichten. Nach jahrelanger Suche und intensiven Verhandlungen habe man mittlerweile eine grundsätzliche Einigung mit einem Grundstückseigentümer treffen können. Nun, so Grawunder, gehe es „nur“ noch um den Preis. Geht alles glatt, dann soll der Neubau im kommenden Jahr für gut 200 000 Euro geplant werden. Weitere 1,5 Millionen Euro wünscht sich der Bürgermeister von der Politik als Verpflichtungsermächtigung, um bereits Folgeaufträge für das Jahr 2023 vergeben zu können.

Zuversichtlich ist der Verwaltungschef auch, dass es im nächsten Jahr etwas mit dem Neubau der Kindertagesstätte am Mondscheinweg etwas wird. Denn da die Erschließung derzeit auf Hochtouren läuft, sei davon auszugehen, dass sie auch tatsächlich Mitte oder Ende 2022 abgeschlossen sein wird und damit zügig mit dem Hochbau der Betreuungseinrichtung im ersten Teilabschnitt des Areals begonnen werden kann. Bereits für dieses Jahr waren dafür Planungskosten von 350 000 Euro vorgesehen, von denen aber nur rund 70 000 Euro fällig werden. Wie unlängst in Walstedde, wird die Stadt die neue Kindertagesstätte in Eigenregie erstellen lassen.

Endlich „aus den Pötten kommen“ will die Verwaltung außerdem mit dem seit Jahren geplanten Teilneubau des Rathauses am Landsbergplatz. Geht es nach Carsten Grawunder, dann sollen dazu 360 000 Euro für den Architektenwettbewerb im Haushalt bereitgestellt werden – verbunden mit einer Verpflichtungsermächtigung von 3,56 Millionen Euro für Bauleistungen im Folgejahr. Ein Projekt, das der Bürgermeister nicht nur aus raumtechnischen, sondern auch aus Klimaschutzgründen endlich auf den Weg bringen möchte. Denn nicht nur der Altbau aus den 1950er Jahren, sondern auch der Anbau aus den 1980er Jahren sei mit veralteter Heiztechnik und zügigen Fenstern längst sanierungsbedürftig.

Weiterer Bausteine im umfassenden Investitionspaket sind die Umbauten von Feuerwache und Paul-Gerhardt-Haus in Walstedde. Für das Gerätehaus sind inklusive Fördermittel 400 000 Euro im Haushaltentwurf veranschlagt. Der Umbau des einstigen evangelischen Gemeindehauses soll zunächst für 100 000 Euro geplant werden. Für die Baumaßnahme selbst ist eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 900 000 Euro vorgesehen. Das gesamte geplante Investitionsvolumen beziffert die Verwaltung auf rund 20 Millionen Euro.

Weiteres Geld sollen die Ratsmitglieder schließlich auch für weiteres Personal bewilligen. Insgesamt soll der Personalstamm der Verwaltung um 2,5 Stellen aufgestockt werden. Eine zusätzliche volle Stelle soll im Kulturbahnhof eingerichtet werden, da dessen Leiter Rüdiger Pieck sich künftig nicht mehr ausschließlich der Jugend-, sondern zu ganz erheblichen Teilen der neu geschaffenen Seniorenarbeit widmen wird. Eine weitere Vollzeitstelle ist schließlich für die IT-Abteilung vorgesehen, deren Arbeitsaufkommen – nicht zuletzt durch den rasanten Ausbau der Informationstechnik in den Schulen – vor immer neuen Aufgaben steht. Und schließlich möchte Bürgermeister Carsten Grawunder auch die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Verwaltung neu und professionell organisieren. Vorgesehen dafür ist eine halbe Stelle. Was aus der nun seit längerem vakanten und auf mehrere Schultern verteilten Stelle der kommunalen Wirtschaftsförderung werden wird, soll hingegen erst die umfassenden Organisationsuntersuchung ergeben, die von einem externen Unternehmen in den kommenden sechs bis acht Monaten vorgenommen werden soll.

von Von Dietmar Jeschke

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