Asche gibt es nur noch „just in time“


Nach der bereits des Öfteren geäußerten Kritik am Zustand der Leichtathletikanlagen im Sportzentrum im Erlfeld meldet sich die Verwaltung zur Situation zu Wort. Denn wie Stadtsprecherin Carolin Zulka betont, befasse man sich bereits seit geraumer Zeit mit der Erneuerung der Sportanlage.

Die Tennisfreunde (unten l.) nutzen sie noch traditionell. Auf Laufbahnen wie auf jener rund um den Rasenplatz im Erlfeld allerdings ist Asche als Bodenbelag mittlerweile selten geworden. Deshalb, so die Stadt, sei die Beschaffung gar nicht mehr so einfach. Paul Brockötter

„Bereits 2020 wurden erste Planungsaufträge zur Umwandlung der bestehenden Laufbahn in eine Kunststofflaufbahn in den städtischen Haushalt aufgenommen. Gleichzeitig wurde in den politischen Gremien der Wunsch nach ergänzenden Leichtathletikangeboten artikuliert“, teilt die Verwaltung mit. Im Haushaltsjahr 2021 seien bereits 200.000 Euro für den Baubeginn der Anlage eingestellt worden – bei damals geschätzten Kosten von rund 550.000 Euro.

Parallel dazu wurde im vergangenen Jahr mit dem Bau der Kunststofflaufbahn in Walstedde begonnen, die sich im Verlauf der Maßnahme um stattliche 76 Prozent gegenüber der Kostenschätzung verteuert hatte. Mehrausgaben, die man letztendlich nach Bekanntgabe in den zuständigen Fachausschüssen aus dem „Haushaltstopf“ für die geplante Erneuerung der Leichtathletikanlage im Erlfeld gedeckt habe. „Im Haushaltsplanentwurf 2022 legte die Verwaltung eine neue Kostenschätzung in Höhe von dann mittlerweile 730.000 Euro vor“, so die Verwaltung weiter. „Im Zuge der Haushaltsplanberatungen wurden die Finanzmittel allerdings zunächst um ein Jahr nach hinten geschoben. Der Bedarf für eine solche Anlage war noch nicht hinreichend geklärt und soll zunächst weiter geprüft werden. Auch lag die Priorität im Erlfeld zunächst mehrheitlich auf der Überplanung des früheren Ascheplatzes, der heute vielfach auch ,Grascheplatz‘ genannt wird.“

In der Folge seien schließlich auf Vorschlag der Stadt 15.000 Euro in den Haushalt 2022 aufgenommen worden, um die Leichtathletikanlage zunächst durch Austausch der inzwischen 13 Jahre alten Asche wieder instandzusetzen. Dazu habe das Bauamt schon Anfang des Jahres Kontakt mit potenziellen Anbietern roter Asche aufgenommen, jedoch zunächst nur Absagen erhalten. „Bei der Asche handelt es sich nicht mehr um Lagerware, die jederzeit verfügbar ist. Die vielfach bekannten Engpässe und Preisentwicklungen im Baustoffsektor haben mittlerweile dazu geführt, dass die Produzenten nicht mehr auf Halde, sondern nur noch ,just in time‘ produzieren“, schildert Bauamtsleiter Christoph Britten die Problematik. Und die Asche könne auch erst dann produziert werden, wenn das Wetter trocken und warm ist. Dass man nun passend zum Saisonstart überhaupt rechtzeitig neue Asche bekommen und auch den Kostenrahmen weitestgehend eingehalten habe, sei nur dem „unermüdlichen Einsatz des zuständigen Sachbearbeiters bei der Materialbeschaffung, der großen Eigenleistung des städtischen Bauhofes sowie der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Stadt Dülmen zu verdanken“, betont Christoph Britten. Die Stadt im Nachbarkreis Coesfeld leihe Drensteinfurt dazu erfreulicherweise eine Maschine, die zum schnellen und effizienten Auftragen der Asche erforderlich sei. Unmittelbar mit der ersten Asche-Lieferung hatte sich der Bauhof Anfang der Woche (wir berichteten) an die Arbeit gemacht, damit die Anlage zeitnah wieder freigegeben werden kann.

„Ich freue mich nicht nur darüber, dass die Leichtathletikbahn, wie im vergangenen Jahr geplant, nun auch pünktlich zum Auftakt der Sportabzeichen-Saison wieder von allen Sportbegeisterten genutzt werden kann“, erklärt Bürgermeister Carsten Grawunder. „Sondern auch über die Absicht unserer DJK Drensteinfurt, eine Leichtathletikabteilung gründen zu wollen, wenn die Sportanlagen wieder in Ordnung gebracht worden sind. Sehr erfreut bin ich natürlich auch, dass alles noch rechtzeitig für den ersten Erlbad-Triathlon in Drensteinfurt fertig wird.“

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