Cyber-Angriff legt Drensteinfurter Verwaltung lahm


Die Drensteinfurter Stadtverwaltung ist zum Ziel eines Cyber-Angriffs geworden. Alle Systeme mussten heruntergefahren werden.

Nach einer mutmaßlichen Cyber-Attacke hat die Stadt Drensteinfurt ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Foto: Dietmar Jeschke

Drensteinfurt (gl) - Einige Bürger mögen sich bereits gewundert haben, dass sie in dieser Woche trotz ausgewiesener Öffnungszeiten am Eingang der Stadtverwaltung vor verschlossenen Türen standen. Wie es nach ersten zögerlichen Äußerungen dazu hieß, hätten Mitarbeiter am Montagmorgen „interne Unstimmigkeiten“ in den digitalen Systemen festgestellt, woraufhin alle Server heruntergefahren worden seien. Und da ohne digitale Technik nun einmal nichts funktioniert, habe man die Verwaltung zunächst für den Publikumsverkehr schließen müssen.

Am Dienstagnachmittag dann gab die Stadt weitere Details bekannt. „Aus einem laufenden polizeilichen Verfahren wurde am Montag festgestellt, dass ein möglicher Cybercrime-Angriff auf die Stadt Drensteinfurt ausgeführt wurde. Dieses wird aktuell überprüft, und die Polizei Münster wurde eingeschaltet. Zur Sicherheit sind die gesamten Systeme heruntergefahren worden“, berichtet Laura Volkmar von der Wirtschaftsförderung.

Die Stadtverwaltung soll ab Mittwoch zumindest telefonisch wieder erreichbar sein. Da die Störung in der EDV-Anlage allerdings anhalte, sei zunächst auch weiterhin nur ein eingeschränkter Betrieb ohne EDV-Unterstützung möglich. „Ein Notbetrieb besteht in dringenden Fällen über die bekannten Telefonnummern sowie die zentrale E-Mail-Adresse drensteinfurt@stdrensteinfurt.onmicrosoft.com“, so Volkmar weiter.

Die Nebenstelle Rinkerode bleibe weiterhin geschlossen. Die bestehenden baurechtlichen Offenlagen können jedoch zu den Dienstzeiten in der Zentrale der Stadtverwaltung eingesehen werden. „Die Einschränkungen werden noch mindestens bis zum 9. Dezember dauern. Aktuell werden die Systeme geprüft und sukzessive wieder in Betrieb genommen. Wir bitten die Bevölkerung aufgrund der aktuellen Einschränkungen um Verständnis“, so Volkmar.

Betroffen vom digitalen Blackout ist übrigens auch die Politik. Die für den 12. Dezember terminierte Sitzung des Rates samt ohnehin schon verspäteter Einbringung des Haushaltsplans für 2023 wurde abgesagt. Die in der kommenden Woche anstehenden Sitzungen von Haupt- sowie Betriebsausschuss sollen dagegen wie geplant stattfinden.

Auswirkungen hatte die Attacke auch auf die Schulen. Wie Teamschulleiterin Anja Sachsenhausen mitteilt, sollen zunächst keine digitalen Geräte in Betrieb genommen werden.

Von Dietmar Jeschke und Nicole Evering

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