Das Dorf und seine Gesichter


Bunt und vielfältig: So könnte man wohl die Selbstporträts bezeichnen, die anlässlich der Aktion „Wir geben der Welt ein Gesicht“ entstanden sind. Brigitte Denker und Eva Rüschenschmidt hatten die Idee zu dem Projekt, das allerdings noch nicht ganz abgeschlossen ist.

Vor der „Roten Schule“ präsentieren Eva Rüschenschmidt (l.) und Brigitte Denker einige der Porträts, die im Rahmen der Aktion „Wir geben der Welt ein Gesicht“ entstanden sind. Christiane Husmann

Bunt und vielfältig: So könnte man wohl die Selbstporträts bezeichnen, die anlässlich der Aktion „Wir geben der Welt ein Gesicht“ entstanden sind. Brigitte Denker und Eva Rüschenschmidt hatten die Idee zu dem Projekt, das trotz vieler fertiggestellter Porträts noch nicht abgeschlossen ist. Anders als weitere Aktionen, die im Rahmen der „Sommerlaune“ des Vereins FiZ für Spaß und Abwechslung in der „großen Pause“ sorgen sollten.

„Im Zuge der Sommerlaune wollten wir die Möglichkeiten des Dorfes nutzen“, erklären Eva Rüschenschmidt und Brigitte Denker, die zum Team des Sozialzentrums „Fels“ gehören. „Möglichst viele Kinder ansprechen“, sei der Plan gewesen, der offensichtlich funktioniert habe. So organisierten die beiden Frauen einen Flohmarkt auf der Wiemhove, den nicht nur kleine, sondern auch große Kunden beim Feilschen unter freiem Himmel genossen.

Die Grünfläche mitten im Dorf wurde ein weiteres Mal genutzt, als es hieß: Film ab. „Rafiki – beste Freunde“ lautete der Titel des Streifens, der insbesondere Kinder im Grundschulalter ansprechen sollte. Mit einsetzender Dämmerung verwandelte sich die Wiemhove in ein Freiluftkino mit besonderem Flair.

Insgesamt 62 Selbstporträts sollen demnächst die „Rote Schule“ zieren. Ein Projekt, das vom Kreis Warendorf finanziell unterstützt wird. So konnten Leinwände angeschafft werden, die nicht „nur“ von Kindern, sondern auch erwachsenen Dorfbewohnern bemalt werden. Auch die OGS der Ludgerus-Schule beteiligt sich an der Aktion.

„Es ist schön, dass Brigitte Denker und Eva Rüschenschmidt auch an die OGS-Kinder gedacht haben“, freut sich Rektorin Annette Stüer über ein weiteres Angebot, das bei den Schülerinnen und Schülern gut ankommt. „Die Kinder sind hochkonzentriert bei der Sache“, beobachtet Louisa Enking. Die Kunststudentin jobbt in den Semesterferien in der Albersloher OGS. Klar, dass sie gerne Tipps gibt, die bei der Gestaltung der Leinwände behilflich sind.

Farbenfroh und ausdrucksstark präsentieren sich sehr junge, mittelalte und ältere Gesichter, die zum Dorf gehören. „Wir haben auch ein Porträt unserer ältesten Dorfbewohnerin – sie ist inzwischen 107 Jahre alt“, freut sich Brigitte Denker. Die Dame habe sich allerdings nicht selber gemalt. „Ich habe eine Foto von ihr gemacht“, erzählt die Mitinitiatorin der Aktion, die sich nicht nur in puncto Alter vielfältig präsentiert. „Es haben sich auch viele Neubürger beteiligt“, freut sie sich über ein großes Spektrum.

„Mut zur Farbe und nur keine Hemmungen“, sei ein Ratschlag der Frauen an die Maler aller Couleur gewesen. „Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Spaß am Malen“, so der Rat der Organisatorinnen.

Zwar sind die Bilder fertig, das Gesamtkunstwerk aber noch nicht. „Wir wollen die Porträts in Gänze als eine Art Collage präsentieren“, erklären Eva Rüschenschmidt und Brigitte Denker. Um das zu realisieren, werden die bemalten Leinwände abfotografiert und zusammengefügt. „Um die Collage kümmert sich Felix“, meint Brigitte Denker ihren Sohn. „Der Entwurf wird dann auf eine große Folie gedruckt, die außen an der Roten Schule angebracht werden soll“, erklärt sie zum weiteren Vorgehen.

„Alle zusammen auf einem großen Bild“, schwärmt die Albersloherin von dem Projekt. „Also ein Querschnitt, der zeigt, wie bunt und vielfältig das Dorf ist“, sieht sie dem Ergebnis freudig entgegen.

von Von Christiane Husmann

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