Das Problem wiederholt sich


Diesen Ärger haben auch schon andere Landwirte und Anlieger von Bürgerradwegen erlebt. Jahre nach Fertigstellung der Radwege warten nun auch Betroffene am „Bürgerradweg Ahrenhorst“ auf die endgültige Anrechnung und die Restzahlung für die Landstreifen, die sie seinerzeit zur Verfügung gestellt hatten.

Im Jahr 2014 wurde mit den Arbeiten zum „Bürgerradweg Ahrenhorst“ begonnen. Christiane Husmann

Das Problem für die jeweils betroffenen Landwirte ist offenbar wiederkehrend. Sie haben für den Bau der sogenannten Bürgerradwege Land zur Verfügung gestellt, warten aber auf die Restzahlung vom Land NRW. So war es beispielsweise nach der Fertigstellung des wichtigen Bürgerradwegs Rummler.

„Mit vollem Einsatz haben wir Landwirte und Anlieger in der Albersloher Bauerschaft Rummler gemeinsam mit vielen Helfern in den Jahren 2011 und 2012 den Bürgerradweg Rummler realisiert. Um seinerzeit den Weg freizumachen, haben wir Grund und Boden für dieses gute Projekt zur Verfügung gestellt – teilweise auch schweren Herzens“, schrieben Heinz Vogelsang, Reinhold Lammerding, Heinz Wickensack, Ludger Hecker, Christoph Heimann und Burkhard Schulze Dernebockholt im März 2016 in einer gemeinsamen Erklärung. Grund des Ärgers: Nach vier Jahren warteten die Landwirte immer noch auf die inzwischen wohl erfolgte Endabrechnung, weil die notwendige Vermessung der Grundstücksstreifen, die die Grundlage für die Restzahlung in Höhe von 20 Prozent bildete, auch vier Jahre später noch ausstand.

Derzeit scheint sich der Fall zu wiederholen, wie es Sebastian Sievers für die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Sendenhorst formulierte. Dieses Mal geht es um den Bürgerradweg Ahrenhorst entlang der Landesstraße 585 zwischen Albersloh und dem Anschlussstück auf dem Drensteinfurter Stadtgebiet. Dieser Radweg, der auf dem Gebiet der Stadt Sendenhorst eine Länge von etwa 3,6 Kilometern hat, war bereits im Jahr 2016 fertiggestellt worden, nachdem der entsprechende Bürgerradwegverein im Januar 2014 gegründet worden war. Die Stadt hatte auch in diesem Fall ihren Teil der Kosten sofort übernommen.

„Wir haben erfahren, dass die Restzahlung immer noch nicht erfolgt ist“, erklärt Sievers nun. Er will wissen, ob die bisher womöglich ausgebliebenen Vermessungsarbeiten auch diesmal das Problem seien. In diesem Zusammenhang stelle sich auch die Frage, wann die grundbuchliche Übertragung der Flächen für den Radweg erfolgt oder erfolgt sei – und wann die Landwirte mit den Restzahlungen rechnen könnten. Das waren Fragen, auf die auch die Stadtverwaltung keine spontane Antwort geben konnte.

Die Beurteilung der Sachlage durch Sebastian Sievers deckt sich mit der der Landwirte aus der Bauerschaft Rummler im Jahr 2016. „Es ist ein Unding, dass solche Verfahren sich so lange hinziehen und das Engagement bei Bürgerradwegen nicht vollumfänglich unterstützt wird“, schreibt Sievers heute. „Es ist ein Stück aus dem Tollhaus, dass es das Land NRW nach fast vier Jahren nicht für nötig hält, den Bürgerradweg Rummler einmessen zu lassen oder auch eventuell vorhandene Messergebnisse an die zuständigen Stellen zu übermitteln“, erklärten die „Rummler-Landwirte“ im Jahr 2016.

von Von Josef Thesing

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