Drei sprechende Instrumente


War das Jazz, Weltmusik – zeitgenössisch oder eher klassisch? Diese Frage beantworteten die drei Musiker auf der kleinen Bühne im Haus Siekmann am Sonntagabend nicht, wobei sie sich ansonsten recht redselig gaben. Doch in puncto Musik ließen sie lieber ausdrucksstark ihre Instrumente sprechen.

Diese Beteiligten gestalteten den Konzertabend im Haus Siekmann: Gerald Preinfalk (oben l.), Klaus Paier, Co-Festivalleiterin Christine Sörries (unten l.) und Asja Valcic. Dierk Hartleb

War das Jazz, Weltmusik – zeitgenössisch oder eher klassisch? Diese Frage beantworteten die drei Musiker auf der kleinen Bühne im Haus Siekmann am Sonntagabend nicht, wobei sie sich ansonsten recht redselig gaben. Aber Klaus Paier (Akkordeon), Asja Valcic (Cello) und Gerald Preinfalk (Sopransaxophon, Klarinette und Bassklarinette) ließen lieber ihre Instrumente sprechen, die mit dem Publikum in einen intensiven Dialog traten.

Der Ruf, der den drei Österreichern vorauseilt, hatte sich nicht nur bis zur künstlerischen Leiterin des Münsterland-Festivals, Christine Sörries, herumgesprochen. Er hatte auch die Musikliebhaber im Münsterland und darüber hinaus elektrisiert, so dass sich die Festivalleitung und der Förderverein Haus Siekmann veranlasst sahen, vormittags zusätzlich eine Matinee anzubieten.

Dem Trio war diese Doppelbelastung bei seinem zweiten Auftritt nicht anzumerken. Es entwickelte vom ersten Akkord des einsetzenden Saxofons eine Spielfreude, die die Zuhörerinnen und Zuhörer den Atem anhalten ließ. Manchmal schienen die drei Instrumentalisten klanglich völlig verschiedene Richtungen einzuschlagen und sich gegenseitig solistisch überbieten zu wollen, um dann, überraschend für alle, wieder musikalisch zu einer melodischen Linie zurückzufinden.

Vor allem Preinfalk und Paier lieferten sich musikalische Duelle mit treibenden Rhythmen, in die sich auch die Cellistin gelegentlich einmischte. Preinfalk wechselte zwischen Saxofon und Klarinette und lotete ihre klanglichen Volumina aus. Auf hektisch-schrille Klangkaskaden folgten ruhige, oft kontemplative Passagen, die die Zuhörerschaft innehalten ließen. Manchmal träumte man sich unter die Seine-Brücke in Paris, wenn die Akkordeonklänge Paiers an Musette erinnerten, ein anderes Mal glaubte man, die Melancholie des Fados beinahe körperlich zu spüren.

Und auch ein Jazz-Walzer gehörte zur angebotenen Klangvielfalt des Trios, dessen Programm viele Stücke aus der eigenen Kompositionswerkstatt enthielt.

Für Asja Valcic war es fast ein Heimspiel. Denn die gebürtige Kroatin, die Mitbegründerin des bestens beleumundeten „radio.string.quaret.vienna“ ist, gab preis, dass sie in Detmold an der Musikhochschule studiert und einige Zeit in einem Kammermusikorchester in Münster gespielt hat und in Sendenhorst heimatliche Gefühle empfinde. So nah können sich Österreich und das Münsterland kommen.

von Von Dierk Hartleb

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