Einen klaren Kopf behalten


Wie sieht es mit der Energieversorgungssicherheit in Deutschland aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich das zwölfte Unternehmerforum der Stadt Sendenhorst am Mittwochabend im Landhotel Bartmann. Rolf Berlemann und Winfried Münsterkötter, Geschäftsführer der Stadtwerke Münsterland, brachten Licht in die teils unübersichtliche Lage.

Zeigten sich mit dem Unternehmerforum zufrieden (v.l.): Rolf Berlemann, Bürgermeisterin Katrin Reuscher, die scheidende Wirtschaftsförderin Annette Görlich und Winfried Münsterkötter. Ralf Steinhorst

Bürgermeisterin Katrin Reuscher riss in ihrer Einleitung zu der gut besuchten Veranstaltung einige kommunalpolitische Aspekte an. So werde sie ihre Unternehmensbesuche auch im kommenden Jahr fortsetzen: „Hier gibt es spannende und hochinnovative Unternehmen.“ Mit der Neuaufstellung des Regionalplans werde Sendenhorst neue Gewerbeflächen entwickeln können, kündigte sie an. Auch der Glasfaserausbau werde intensiv vorangetrieben.

Nach der Vorstellung der Struktur der Stadtwerke Ostmünsterland, bei denen die Stadt Sendenhorst Gesellschafter ist, ging Rolf Berlemann auf die derzeitige Energieversorgungslage ein: „Wir müssen uns über die Gasmangellage derzeit keinen Kopf machen.“ Was im nächsten Jahr passiere, müsse man sehen. Beim Gasverbrauch sah er deutlich sinkende Werte gegenüber dem Vorjahr, da sei Deutschland auf einem guten Weg.

Was die Stromversorgung angeht, sah Rolf Berlemann vonseiten der Politik beim Thema Blackouts eine teils unverantwortliche Diskussion, die nur Panik erzeuge: „Wir werden nie einen großflächigen Blackout bekommen.“ Er befürchtete lediglich Cyber-Angriffe. Da schützten sich die Energieversorger so gut es gehe.

Der Entwicklung der Energiemärkte widmete sich Winfried Münsterkötter. „Wir hätten vor einem Jahr nie solche Preissprünge erwartet.“ Dafür machte er verschiedene Faktoren verantwortlich wie den Ukraine-Krieg, aber auch die Merit Order, bei der sich der Preis an der teuersten Energieerzeugung orientiere, die zurzeit Gas sei. Der Import von LNG dränge russisches Gas immer mehr zurück. Allerdings sei derzeit ein Preisrückgang zu verzeichnen, der unter anderem mit den hohen Speicherfüllständen und den geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der Strom- und Gaspreise zusammenhänge.

Eine Prognose über die Preisentwicklung wollte er aber nicht abgeben, da gebe es verschiedene Szenarien: „Die Ideen, die Bürger zu entlasten, sind gut, aber die Umsetzung ist ungewiss.“ Insgesamt gelte es, keine Panik zu erzeugen, sondern klaren Kopf zu behalten.

Am Ende der Veranstaltung dankte Bürgermeisterin Katrin Reuscher der Wirtschaftsförderin Annette Görlich für ihr Engagement für die Stadt. Nach sechs Jahren wird sie die Stadtverwaltung zum Ende dieses Jahres verlassen.

von Von Ralf Steinhorst

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.