Faire Woche gestartet


Mit einem abwechslungsreichen Programm wollen Stadt, Steuerungsgruppe und Teamschule ein Jahr nach der Zertifikationsverleihung auf die Wichtigkeit des fairen Handels hinweisen. Im Rahmen der „Fairen Woche“ steht am Sonntag unter anderem ein Tag der offenen Tür auf einem Süßlupinenhof auf dem Programm.

Stadt, Steuerungsgruppe und Teamschule laden im Zuge der ersten „Fairen Woche“ zu zahlreichen Aktionen ein. Dietmar Jeschke

„Es geht vor allem darum, das Thema weiter in die Köpfe zu bekommen“, sagte Carsten Grawunder. Aus gutem Grund, hat fairer Handel doch nicht nur etwas mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und gerechter Bezahlung in Entwicklungsländern zu tun. Er geht vielmehr in vielen Fällen auch unmittelbar mit Begriffen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz einher, so der Bürgermeister. Birgitta Riediger von der Steuerungsgruppe „Fair-Trade-Town“ hatte dazu gleich ein simples Beispiel parat. „Man sollte einfach mal schauen, was billiger ist: Der Espresso aus der Alu-Kapsel oder die Tasse fair gehandelter Kaffee.“

Was „fair“ und „nachhaltig“ letztendlich bedeuten, können die Bürger in den kommenden Tagen bei etlichen Aktionen direkt erfahren. Gemeinsam mit Stadt und Teamschule hat die Steuerungsgruppe ziemlich genau ein Jahr nach Erlangung des Titels „Fair-Trade-Town“ im Rahmen der ersten „Fairen Woche“ ein abwechslungsreiches Programm organisiert. Im Überblick:

Mit einer Kreideaktion werden die Teamschüler in den kommenden Tagen an verschiedenen Stellen in der Stadt gut sichtbar auf das Anliegen aufmerksam machen. Für ihren Einsatz überreichte Carsten Grawunder den Schülern am Freitag drei fair gehandelte Fußbälle, über deren Produktion die Schüler im Rahmen eines begleitenden Unterrichtsprojekts übrigens bereits einiges erfahren haben.

Bis zum 23. September haben alle Bürger die Gelegenheit, sich an einer Stadt-Rallye zu beteiligen. An einzelnen Schaufenstern und Stationen gibt es Mitmachaktionen, Fragespiele und viele Infos rund um den fairen Handel. Zu gewinnen gibt es unter anderem drei Fahrradtaschen aus recyceltem Material. Der „Rallye-Pass“ liegt in zahlreichen Geschäften aus. Unterstützt wird die Aktion von Sparkasse und Volksbank. Wichtig, erklärte Luise Richard aus der Steuerungsgruppe: Niemand muss zur Teilnahme ein Geschäft betreten, sodass die Tour auch getrost am Abend oder am Wochenende geplant werden kann.

Bereits am morgigen Sonntag lädt der Hof Voß in Rinkerode zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 14 bis 17 Uhr erfahren die Besucher dabei alles über den Süßlupinenanbau sowie über die verschiedenen Produkte, die sich aus der Pflanze gewinnen lassen.

An den kommenden beiden Donnerstagen (16. September und 23. September) werden die Initiatoren der Fairen Woche parallel zum Wochenmarkt von 10 bis 14 mit einem Informationsstand auf dem Place d‘Ingré vertreten sein.

Am 19. September steht auf dem Hof Deventer in Rinkerode eine Apfelpresse bereit, um Früchte aus eigenem Garten in leckeren Saft zu verwandeln. Wer das möchte, der muss sich zuvor unter www.obst-auf-raedern.de anmelden.

Ein abwechslungsreiches Programm also, mit dem die Aktiven das Bewusstsein für faire Produkte weiter voranbringen wollen. Dass dies notwendig ist, machte Bürgermeister Carsten Grawunder auch an Zahlen klar. So gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen erst 128 Städte und Gemeinden, die am „Fair-Trade-Town“-Projekt teilnehmen. In ganz Deutschland sind es rund 700. „Bei insgesamt rund 11.800 Kommunen ist da also noch reichlich Luft nach oben“, so der Bürgermeister.

von Von Dietmar Jeschke

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