Festessen an einem besonderen Ort


Erstmals findet in Albersloh ein besonderes Frauenmahl statt – mit gutem Essen und Unterhaltung. Der Ort ist ebenfalls besonders: der Kirchenraum von St. Ludgerus.

Laden zum Frauenmahl ein: Astrid Niehues, Birgit Quas, Henriette Leißing, Brunhilde Fronholt, Karin Pälmke, Martina Bäcker, Edith Pufahl, Mechthild Ahlers, Clemens Lübbers und Christa Budde (v.l.). Husmann

Es dürfte das erste Mal in 850 Jahren Albersloher Geschichte sein, dass im Dorf ein Frauenmahl angeboten wird. Und das noch an einem besonderen Ort. Die in Teilen umgestaltete Ludgerus-Kirche soll 96 Frauen Platz für ein Festessen bieten, bei dem nicht nur geschmaust werden soll, sondern man – oder besser frau – sich angeregt unterhalten und austauschen kann.

Rund um einen Tisch sitzen Vertreterinnen der Stadt Sendenhorst, der KFD St. Ludgerus und der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus mit ihren Kooperationspartnern, den Landfrauen Albersloh und der evangelischen Kirchengemeinde Wolbeck/Albersloh. Während sie planen, gibt Pfarrer Clemens Lübbers eine kurze Erläuterung zum historischen Hintergrund des Frauenmahls: „Vor rund 500 Jahren, zu Zeiten der Reformation, wurde im Hause Luther an großer Tafel gespeist. Dabei hielten Luther und seine Mitstreiter Tischreden zur gegenseitigen Anregung und zum Austausch über aktuelle Themen. Katharina von Bora sorgte für das leibliche Wohl und nahm wohl als einzige Frau am Tisch Platz“, weiß Pfarrer Clemens Lübbers zur Geschichte.

500 Jahre später sitzt er als einziger Mann an einem Tisch mit Frauen, die sich schon auf den 9. Oktober freuen. Martina Bäcker, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sendenhorst, ist erleichtert, dass das bereits zwei Mal verschobene Frauenmahl nun endlich stattfinden kann: „Wir haben hier tolle Frauenverbände – die Albersloher KFD feiert ihr 120-jähriges Bestehen und das Dorf selber seinen 850. Geburtstag.“ Aller Grund, das Festmahl in Albersloh auszurichten, findet die Gleichstellungsbeauftragte, die in Aussicht stellt: „Eingebettet in ein festliches Essen und Musik stellen vier Referentinnen aus unterschiedlichen Blickwinkeln ihre Sicht auf das Thema ‚Frauen – Land – Zukunft‘ vor.“

Zum einen sei das Diane Jägers, Leiterin der Gleichstellungsabteilung im Ministerium für Heimat Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW. Weitere Referentin: Gisela Kellner als stellvertretende Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Warendorf. Als Dritte im Bunde referiert Professorin Dr. Dorothea Sattler, Lehrstuhl für Ökumenische Theologie und Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU Münster. Last, but not least dürfen sich die Frauen auf Martje Saljé, die Türmerin der Lambertikirche Münster, freuen. Als Historikerin, Musikwissenschaftlerin und Musikerin, wird auch sie als Rednerin zwischen den Menügängen zu Worte kommen.

Apropos Menügänge: Die Organisatorinnen verraten nur, dass die Menüfolge mit einer Suppe beginnt. Ansonsten hüllen sie sich noch in Schweigen. „Das wird etwas ganz Besonderes“, stellt Martina Bäcker in Aussicht. „Das wird sogar etwas ganz, ganz Besonderes“, packt Mechthild Ahlers noch einen drauf. Musikalisch begleitet wird das Festmahl vom Flötenkreis der evangelischen Kirchengemeinde Wolbeck/Albersloh, der zusätzlich eine Geigerin mit ins Spiel bringen will. Gegessen und geredet wird an Achtertischen, die im gesamten Chorraum der Kirche aufgestellt werden.

Der Eintritt für das Frauenmahl inklusive Mehr-Gänge-Menü und Getränken beträgt 30 Euro pro Person. Es gilt die „3G“-Regelung. Die Datenerfassung erfolgt beim Kauf der Eintrittskarte. Der Kartenvorverkauf für das Frauenmahl, das am 9. Oktober (Samstag) um 18 Uhr beginnt, erfolgt am Dienstag (21. September) von 18 bis 19.30 Uhr und am Donnerstag (23. September) von 18 bis 19.30 Uhr jeweils im Ludgerus-Haus. Insgesamt stehen 96 Plätze zur Verfügung.

Während sich die Veranstalterinnen bei einer kleinen Weinprobe Gedanken darüber machen, welche Rebsorte wohl am bestem zu welchem Gang passen könnte, lädt der Pfarrer mit Überzeugung ein: „Man muss sich nicht auf den Weg nach Berlin oder Davos machen, um an einem Frauenmahl teilnehmen zu können. Das geht auch ganz wunderbar in Albersloh.“ 

von Von Christiane Husmann

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.