Im Einsatz für den Klimaschutz


Im Amt ist er bereits seit Anfang Juli. Und zwischenzeitlich hatte er nicht nur ein Zeit, um sich ein wenig einzuarbeiten. Auch der Umzug nach Drensteinfurt ist mittlerweile perfekt. Am Freitag stellte die Verwaltung den neuen städtischen Klimamanager Dr. Johannes Hofmeister vor.

Bürgermeister Carsten Grawunder (r.), Hauptamtsleiter Jan Schwering (l.) und Bauamtsleiter Christoph Britten (2.v.l.) freuen sich, dass der Posten des Klimamanagers nun mit Dr. Johannes Hofmeister (2.v.r) erfolgreich besetzt werden konnte Dietmar Jeschke

Manchmal sind es gerade die vermeintlichen „kleinen“ Dinge, die das Arbeitsleben interessant machen. Das hat auch Dr. Johannes Hofmeister in der vergangenen Woche erneut erfahren. Als sich nämlich eine ältere Dame im Rahmen der Aktionen zur „Fairen Woche“ darüber beschwerte, dass das Standard-Monatsticket der Bahn doch viel zu teuer sei, konnte er ihr gleich ein günstiges Alternativangebot nennen. Doch bei kleinen Dingen soll es für den neuen städtischen Klimanager natürlich nicht bleiben. Im Gegenteil, wird eine seine Kernaufgaben doch eher eine Art Mammutprojekt sein: die Erstellung eines ersten kommunalen Klimaschutzkonzepts, das nicht nur der Verwaltung, sondern auch den Bürgern Wege und (Förder-)Mittel aufzeigt, um vor allem den klimaschädlichen CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren.

Erste Erfahrungen auf diesem Gebiet hat der promovierte Geograf übrigens bereits gesammelt – und zwar in der Nachbarstadt Sendenhorst, wo er zwei Jahre lang in gleicher Funktion beschäftigt war. Das allerdings im Rahmen eines Förderprojekts nur befristet, weshalb ihm der Wechsel nach Drensteinfurt nicht unbedingt schwer gefallen ist. Denn hier, betonte Bürgermeister Carsten Grawunder beim Gespräch in der Alten Post, habe man ganz bewusst ein anderes – und vor allem unbefristetes – Stellenprofil geschaffen. Zum einen, weil Klimaschutz natürlich eine langfristige Aufgabe sei. Zum anderen, ergänzt Personalamtsleiter Jan Schwering, weil eine geförderte Stelle mit viel bürokratischem Aufwand und erheblichen, aufgabenbedingten Einschränkungen, verbunden gewesen wäre. Und genau das habe man nicht gewollt.

Aus gutem Grund, wie Dr. Johannes Hofmeister erklärt. Denn Sinn eines Klimakonzeptes sollte es nicht sein, einen einmaligen und dazu starren Rahmen zu schaffen, der dann mehr oder weniger erfolgreich abgearbeitet wird. Es gelte vielmehr auch, auf dynamische Prozesse und manchmal rasche Veränderungen zügig zu reagieren.

Aufstellen will der Klimamanager das besagte Konzept mit Hilfe der „Organization for Rapid Climate Action gGmbH“, kurz „Orca“, aus Ostbevern. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Non-Profit-Organisation will Hofmeister bereits im Oktober im Rahmen eines Ortstermins eine Bestandsaufnahme vornehmen, auf deren Basis dann weitere „Ziele und Meilensteine“ in der lokalen Klimapolitik gesetzt werden sollen.

Parallel dazu will er aber auch weiterhin seine bereits geknüpften Netzwerkkontakte in der Region nutzen, um konkrete Aktionen vor Ort zu initiieren. „Der Kontakt zur Zivilgesellschaft ist extrem wichtig, wenn man die Öffentlichkeit erreichen will“, sagt der Experte. Einige Bürger werden ihn bei diesem Vorhaben schon kennengelernt haben. So war der Klimamanager bereits im Rahmen der „Fairen Woche“ auf dem Wochenmarkt präsent. Und im Rahmen der „Europäischen Mobilitätswochen“ lädt er bereits am kommenden Montag zu einem „E-Auto-Showroom“ auf dem Marktplatz ein. Von 18 bis 20 Uhr werden dort allerdings keine „Neuwagen von der Stange“ präsentiert. Gezeigt werden vielmehr Fahrzeuge, die täglich unterwegs sind und deren Nutzer den Besuchern Rede und Antwort stehen. Am Mittwoch ist dann ein E-Bike-Sicherheitstraining geplant.

von Von Dietmar Jeschke

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