Krisenmanagement der Stadt Sendenhorst: von Sirenen bis zum Löschwasser


Die Stadt stellt sich besser für Krisen auf, wie etwa Hochwasser oder Stromausfall. Dafür wurde ein neuer Krisenstab gebildet. Aber auch Hardware wird angeschafft. Dazu gehören unter anderem Notstromaggregate, Satteliten-Telefone und neue Sirenen.

Nach der langen Trockenheit steht Wasser aus Löschteichen immer seltener zur Verfügung, zumal viele der Teiche zugewuchert sind. Dieter Huge sive Huwe

Zwei gibt es schon, wenn die gängigen Netze in einer Notsituation mal komplett ausfallen. Eines der Satellitentelefone hat Bürgermeisterin Katrin Reuscher stets in ihrer Nähe, das andere der Leiter der Sendenhorster Feuerwehr, Elmar Bornefeld, oder einer seiner Stellvertreter. Nun sollen zwei weitere hinzukommen, die Teil der „Neuaufstellung des Krisenmanagements der Stadtverwaltung“ sind. Der Rat der Stadt wird sich an diesem Donnerstag in seiner Sitzung ausführlich mit der Materie befassen.

Die beiden weiteren Telefone sollen dem Leiter des „Stabes für außergewöhnlicher Ereignisse“, den die Stadtverwaltung – wie berichtet – neu gebildet hat, und einer weiteren Person aus dem Krisenmanagement zur Verfügung stehen. „Ein unerlässliches Element innerhalb einer Krise ist die Aufrechterhaltung der Kommunikation. Um diese zwischen den Entscheidungsträgern des Kreises und den kreisangehörigen Kommunen bei Ausfall der erforderlichen Infrastruktur sicherzustellen“, seien die Satellitentelefone notwendig, heißt es in der Begründung der Verwaltung.

Das ist aber noch längst nicht alles an „Hardware“, welche die Stadt für einen möglichen Krisenfall wie einem Totalausfall von Gas und Strom anschaffen will und für die bislang nicht im Etat eingeplantes Geld ausgegeben werden soll. Dass sechs Notstromgeräte angeschafft werden, wurde bereits berichtet. 160.000 Euro soll der Stadtrat dafür bereitstellen.

Und dann sind da auch noch die Sirenen. Bisher gibt es in Sendenhorst nur noch zwei, die funktionieren – auf dem Rathaus und auf dem Dach der Albersloher Feuerwache. Das soll sich ändern. „Die Warninfrastruktur soll durch weitere Sirenen aufgestockt werden“, erklärt die Stadtverwaltung. Das koste rund 155.000 Euro.

Zwar gibt es in beiden Ortsteilen insgesamt sechs Sirenen, von denen die beiden genannten vor zwei Jahren angeschafft worden seien. Die anderen vier funktionieren nicht. Der Plan, sie „aufzurüsten“, könne nicht umgesetzt werden, erklärt die Stadtverwaltung. Ein kompletter Tausch sei notwendig. Die Sirenen seien dann auf dem aktuellsten Stand der Technik, und die erforderlichen Reparaturen würden entfallen. „Sollte ein Stromausfall eintreten, sind nur die neuen Sirenen in der Lage, weiterhin zu warnen. Durch eine Akkupufferung wird eine hohe Stand-by-Zeit erreicht“, heißt es in der Erklärung.

Weitere wichtige Bausteine des Notfallmanagements sind die umfassende Information der Bürger sowie der Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung. Für die Menschen in beiden Ortsteilen sollen unter anderem ein Flyer mit den wichtigsten Informationen erstellt und Infos über die Zeitung und die städtische Homepage verbreitet werden. Für die Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung habe es bereits zwei Info-Veranstaltungen gegeben.

Personelles Kernstück des Krisenmanagements ist der sogenannte „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ (SAE). Bei dessen Aufbau habe sich die Verwaltung vom Institut für Gefahrenabwehr aus Ruppichteroth, in der Nähe von Bonn gelegen, beraten und begleiten lassen. Innerhalb von drei Workshops seien unterschiedliche Szenarien durchgespielt und der Entwurf einer „Stabsdienstordnung“ für die Stadtverwaltung erarbeitet worden, die nun noch weiter konkretisiert werden müsse. Hintergrund sei ein NRW-Gesetz.

„In den vergangenen Jahren haben die Krisensituationen in der Bundesrepublik deutlich zugenommen“, erklärt die Stadtverwaltung. Dazu gehören unter anderem längere Hitzeperioden, Hochwasser, Corona, Flüchtlingswellen und derzeit die angespannte Gasversorgungslage. „Insbesondere bei den wetterbedingten Ereignissen ist davon auszugehen, dass diese künftig weiter zunehmen werden“, so die Verwaltung.

Wichtig sei auch die interkommunale Zusammenarbeit mit Nachbarstädten. Dazu gehöre ein gemeinsames Löschwasserkonzept mit den Städten Ahlen und Drensteinfurt. Bei Einsätzen im Sommer war deutlich geworden, dass die Verfügbarkeit von Löschwasser teilweise schwierig ist. Ende Oktober soll ein solches Konzept vorgestellt werden.

von Von Josef Thesing

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.