Neue Planung für die Schulen


Die Stadt Sendenhorst lässt ihre Schulentwicklungsplanung überarbeiten. Hintergrund ist, dass es bezogen auf die Schülerzahlen und den Raumbedarf neue Entwicklungen gibt – auch bezogen auf die Zunahme der Schülerzahlen. Dabei spielt auch die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung eine wichtige Rolle.

Die Stadt hat eine neue Schulentwicklungsplanung in Auftrag gegeben. So soll unter anderem ermittelt werden, für wie viele Schüler künftig Raum benötigt wird. dpa

Die Schulentwicklungsplanung ist eine wichtige Angelegenheit, weil sich die Stadt bei Planungen und Entscheidungen darauf verlässt – verlassen muss. Denn wenn es darum geht, Schulen fit für die Zukunft zu machen, etwa beim Ausbau oder bei der Ausstattung, geht es natürlich darum, für Schüler und Lehrer bestmögliche Verhältnisse zu schaffen. Es geht auch immer um große Investitionen.

In Sendenhorst gibt es bezogen auf die Entwicklung der städtischen Grundschulen darüber hinaus noch Besonderheiten. Die beiden bestehenden Grundschulen sollen nach den bisherigen Plänen erweitert werden. Zudem hat der Initiativkreis „Grundschule neu denken“ angeregt, die bestehende KvG-Grundschule perspektivisch dreizügig zu führen und in der Stadt eine zweite Grundschule aufzubauen, in der womöglich – im Gegensatz zu heute – komplett nach der Pädagogik von Maria Montessori unterrichtet wird.

Die jüngsten Statistiken, etwa bezogen auf die Geburtenraten, machen – wie berichtet – deutlich, dass die Zahl der Kinder in der Stadt weiter steigen wird. Hinzu kommt, dass Albersloh auch wegen des Neubaugebietes Kohkamp wachsen und es mehr Kinder geben wird, die die Grundschule besuchen werden. Auch der Bedarf am Offenen Ganztag wächst. „Im Ortsteil Albersloh sind die Planungen zum Ausbau der Ludgerusschule unter anderem unter Berücksichtigung von benötigten Differenzierungsräumlichkeiten und des Rechtsanspruches auf einen Ganztagsbetreuungsplatz ab 2026 voranzutreiben“, heißt es deshalb auch in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport, in der am Dienstagabend die Systematik für die neue Schulentwicklungsplanung vorgestellt wurde. „Für das Baugebiet Kohkamp wird inzwischen davon ausgegangen, dass dort mit einer über der in der Schulentwicklungsplanung 2018 berücksichtigten Kinderzahl auszugehen ist“, ist die Einschätzung der Verwaltung. Deshalb sei es notwendig, die Schulentwicklungsplanung eher zu überarbeiten, als das in der Vergangenheit üblich war. Dabei sollen sich alle Beteiligten mit ihrer Erfahrung einbringen.

Der Rat der Stadt hatte in seiner Sitzung Anfang Juli das Büro „GEBIT“ – „ Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie“ aus Münster mit der Schulentwicklungsplanung beauftragt. Projektplanerin Frauke Gier stellte am Dienstagabend den weiteren Planungsprozess vor.

Spannend wird dabei vor allem die Prognose der Schülerzahlen sein, die eine Grundlage für die Raumplanung ist. Dabei spielen die Einwohnermeldedaten und die Schulstatistik der vergangenen fünf Jahre eine Rolle. Schwer kalkulierbar ist die sogenannte Zuwanderung in die Stadt von jungen Familien mit Kindern.

Die Offene Ganztagsgrundschule spielt eine immer größere Rolle, vor allem auch in Albersloh. „Grundlage für die Fortschreibung der Schülerzahlen in Betreuung bilden die Entwicklungen der vergangenen Jahre. Weitere Anhaltspunkte ergeben sich aus den Schulbesuchen und den hierbei durchgeführten Interviews, bei denen auch die Themen ,Ganztagsbedarf’ und ,Ganztagskapazitäten“ behandelt werden sollen“, stellt „GEBIT“ einen Teil des Aufgabengebietes vor.

Auch pädagogische Konzepte haben nach Ansicht der Planer einen großen Einfluss auf den Raumbedarf. Sie gehen davon aus, dass Ergebnisse ihrer Expertise frühestens nach drei bis vier Monaten vorliegen. Eine fortwährende Aktualisierung sei sinnvoll.

von Von Josef Thesing

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