Nutzlos für die Brandbekämpfung


Vielerorts wächst und wuchert es. Doch was Naturfreunde erfreuen dürfte, ist für die Feuerwehr mittlerweile ein echtes Problem. Wie die Verwaltung im Hauptausschuss informierte, sind viele Feuerlöschteiche mittlerweile Biotope und für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr zu gebrauchen.

Dieses Bild aus dem Jahr 2016 zeigt den zugewachsenen Feuerlöschteich an der Kopernikusstraße. Annette Metz

Viele Feuerlöschteiche im Stadtgebiet sind offensichtlich in einem miserablen Zustand und für ihre ursprüngliche Nutzung nicht mehr brauchbar. Aus den Teichen, die den Wehrleuten im Erstfall einen schnellen Zugriff auf viel Wasser ermöglichen sollen, sind Biotope geworden, an und in denen Flora und Fauna gedeihen – vor allem in den Außenbereichen. Das wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf Anfrage der CDU-Fraktion bekannt.

Die Christdemokraten fordern deshalb, das sogenannte Löschwasserversorgungskonzept auch wegen der in den vergangenen Jahren erhöhten Zahl an Einsätzen der Feuerwehr zu überarbeiten.

Der Verwaltung sei das Problem bekannt, erklärte der im Rathaus zuständige Dienstbereichsleiter Jürgen Mai. In Abstimmung mit der Feuerwehr werde derzeit erarbeitet, wie umfangreich ein noch in diesem oder im kommenden Jahr zu beauftragendes Löschteichkataster ausfallen müsse. Nur so könne der Sanierungsbedarf der neuen „Biotope“ im Stadtgebiet ermittelt werden – und die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten.

Dass diese vermutlich beträchtlich sind, bezweifelte in der Sitzung niemand. Deshalb wird auch über Alternativen nachgedacht, wobei Hans Ulrich Menke (BfA) davor warnte, dass die Feuerwehr sich im Einsatzfall kurzerhand in anderen Fließ- und Stehgewässern bedient, weil das wertvolle natürliche Lebensgemeinschaften dauerhaft zerstöre.

Die Stadtverwaltung erwägt mit Blick auf die zugewucherten Löschteiche unter anderem auch die Anschaffung eines Tankwagens für die Feuerwehr, der von den Fachleuten kurz „Wasserkuh“ genannt wird.

von Von Josef Thesing

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