Tankstelle auf vier Rädern


Ohne Strom funktioniert bekanntlich fast nichts – auch keine Zapfsäule. Und das ist in Katastrophenregionen ein großes Problem – auch für Einsatzkräfte. Die Drensteinfurter Feuerwehr verfügt nun über eine mobile Tankstelle, die am Montag übergeben wurde.

Weggespülte Straßen, zerstörte Häuser, kein fließendes Wasser – und vor allem kein Strom. Und das bedeutet eben nicht nur kein Licht, sondern auch null Treibstoff, funktioniert doch auch keine reguläre Zapfsäule ohne den notwendigen „Saft“. Eine doppelte Katastrophe für eine Region wie das Ahrtal, das erst vor wenigen Wochen dringend auf Fluthelfer mit schwerem Gerät angewiesen war. Dafür, dass die Einsatzkräfte in derartigen Fällen künftig nicht buchstäblich auf dem Trockenen sitzen, wird ab sofort die Drensteinfurter Feuerwehr sorgen.

Am Montagnachmittag übergab Landrat Dr. Olaf Gericke im Beisein von Kreisordnungsdezernentin Petra Schreier sowie Dirk Kleiböhmer als Brandschutzdezernent der Bezirksregierung der Wehrführung um Mike Engels sowie Frank und Jörg Kronshage ein besonderes Fahrzeug. Denn Herzstück des 180.000 Euro teuren und geländegängigen Lastwagens wird künftig eine mobile Tankstelle sein. Und die, erklärte Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann, liefert im Bedarf nicht nur bis zu 900 Liter Diesel für andere Einsatzfahrzeuge, sondern auch Benzin für Stromgeneratoren und Treibstoff sowie Schmieröl für Kettensägen, wie sie etwa zur Beseitigung von umgestürzten Bäumen benötigt werden. „Wir können somit eine Einsatzstelle komplett mit Treibstoff beliefern. Und das ist wirklich eine sinnvolle Sache“, schilderte Gottmann. Damit das Ganze auch abrechnungstechnisch möglichst unkompliziert funktioniert, haben die Einsatzkräfte im Bedarfsfall eine „No-Limit-Kreditkarte“ zur Hand, mit der sie in der Einsatzregion zügig die Tanks auffüllen können. Die Abrechnung erfolgt dann über den Kreis.

Ein baugleiches Fahrzeug, erklärte der Kreisbrandmeister, wurde unlängst der Feuerwehr Münster zur Verfügung gestellt. Anstatt einer mobilen Tankstelle beherbergt es jedoch eine Einsatzwerkstatt. Im Bedarfsfall sollen sich die Besatzungen beider Fahrzeuge in Krisenregionen ergänzen.

Zur Verfügung gestellt wurde das neue Katastrophenschutzfahrzeug vom Land NRW, in dessen Eigentum es auch bleibt und für dessen Regierung Daniel Hagemeier als CDU-Abgeordneter aus dem Warendorfer Nordkreis an der feierlichen Übergabe teilnahm.

Dass das Spezialfahrzeug ab sofort in Drensteinfurt stationiert ist, sei eine „Win-win-win-Situation“ für die Stadt, den Kreis, aber auch für die gesamte Region, erklärte Bürgermeister Carsten Grawunder. Denn die Wersestadt habe sich aufgrund ihrer geografischen Lage, der Nähe zur Autobahn und der optimalen Platzbedingungen an der Konrad-Adenauer-Straße bereits mehrfach als zentraler Sammelpunkt für überregionale Großeinsätze bewährt. „Mit einem eindrucksvollen Bild, das jedoch leider immer einen ernsten Hintergrund hat“, erklärte Grawunder.

Der Kreis Warendorf, erklärte Landrat Dr. Olaf Gericke, sei in der Vergangenheit häufiger aufgrund seines recht akribisch betriebenen Katastrophenschutzes belächelt worden. Die jüngste Hochwasserkatastrophe im Westen der Republik habe jedoch auf traurige Art und Weise bestätigt, wie wichtig entsprechende Vorsorgemaßnahmen seien, „wenn denn alles, was man braucht, auf einmal nicht mehr da ist. Wir müssen solche Krisen neu denken“, so Gericke.

von Von Dietmar Jeschke

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