Böden geben Ausschlag bei Getreideernte



Wadersloh (gl). Die Getreideernte fällt in diesem Jahr ganz unterschiedlich aus. Ertragseinbußen bei sandigen Böden, die das Wasser nicht so gut speichern können, stehen guten Erträgen auf schwereren Böden gegenüber, die bessere Speicherqualitäten haben.

Die Getreideernte in Wadersloh hat Wilhelm Konert Mitte Juli im Bild festgehalten. Insgesamt hängt der Ertrag in diesem Jahr sehr stark von der Beschaffenheit des Bodens und dessen Fähigkeit ab, Wasser zu speichern.

 Die Kornqualitäten hingegen seien durchweg gut, die Erträge schwankten dafür bodenabhängig, erklärt Karl-Heinz Sandknop, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Wadersloh auf Nachfrage der „Glocke“ zur aktuellen Erntebilanz.

 Durch den relativ frühen Wintereinbruch hätten sich Gerste, Weizen und Raps nicht so gut entwickeln können und somit bereits vor dem extrem trockenen Frühjahr einen schlechten Start gehabe.

Die Monate April, Mai und Juni seien zu niederschlagsarm gewesen, weiß der Landwirt, der an der Liesborner Straße auf rund 60 Hektar Ferkelzucht und Ackerbau betreibt. Schließlich habe sich die Weizenernte bis Mitte August hingezogen, weil es immer wieder geregnet habe. Gemeinsam mit den Lohnunternehmen, die in der Großgemeinde tätig seien, habe man die Zeitfenster jedoch gut genutzt und sei insgesamt durchaus zufrieden.

„Im Frühjahr hatten wir die Ernte schon fast abgeschrieben, aber dann sind die Erträge doch noch ganz ordentlich geworden“, zieht auch Ortslandwirt Theo Berlinghoff sein Fazit – ebenfalls mit der Einschränkung im Hinblick auf die jeweilige Bodenbeschaffenheit. „Von sehr gut bis schlecht ist alles dabei gewesen“, räumt er ein. Berlinghoff hält auf seinem Betrieb in Liesborn Milchkühe und Mastschweine und möchte das sonnige, trockene Wetter an diesem Wochenende für einen Grasschnitt nutzen.

Er beobachtet schon seit mehreren Jahren die Tendenz zum trockenen Frühjahr. Das stelle vor allem Rindviehhalter, die auf den ersten Grünschnitt angewiesen seien, vor Probleme und lasse das Heu knapp werden.

Karl-Heinz Sandknop blickt jetzt auf die Maisernte, die etwa in den nächsten 14 Tagen anstehe. Hier seien die Voraussetzungen für eine gute Ernte gegeben. „Der Mais ist Mitte April trocken in den Boden gekommen und hat ab Ende Juni genau zu der Zeit das notwendige Wasser bekommen, als sich die Kolben gebildet haben“, berichtet der 48-Jährige. Nach der Maisernte werde dann wieder neu ausgesät – etwa Ende September die Gerste und ab Oktober der Weizen.

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