Fachtagung im St.-Josef-Haus in Liesborn



Liesborn (dob) - Verabschieden – das ist eines der zentralen Themen der Huntington-Krankheit. Nach und nach verlieren die Betroffenen die Kontrolle über ihren Körper und ihr Leben. Mit dieser Krankheit, beschäftigt sich eine Fachtagung des St.-Josef-Hauses am Donnerstag, 10. Mai, in Liesborn.

Das St.-Josef-Haus Liesborn hat sich auf die Behandlung und Pflege von Patienten mit der Huntington-Erkrankung spezialisiert. Am 10. Mai soll eine Fachtagung dazu stattfinden. Das Bild zeigt (v.l.) Heinz Herrmann Gödde (Geschäftsführer), Silvia Keggenhoff (Pflegedienstleiterin), Anja Becklönne (Bereichsleiterin der Eingliederungshilfe), Reinhard zum Hebel (Einrichtungsleiter) und Schirmherr und Bürgermeister Christian Thegelkamp.

Schirmherr der Veranstaltung ist Bürgermeister Christan Thegelkamp. „Ich habe sofort zugesagt, als die Anfrage kam“, betonte er im Gespräch mit der „Glocke“. Das St.-Josef-Haus leiste im Bereich der Huntington-Therapie Großes. Die Arbeit mit diesem Krankheitsbild sei eine moralisch sehr anspruchsvolle Aufgabe für die Mitarbeiter einer Einrichtung. Es gäbe eine wichtige menschliche Komponente, die die medizinische Pflege und Therapie weit übersteige, betonte der Bürgermeister.

 Die Fachtagung am 10. Mai richtet sich an Interessierte, Angehörige von Betroffenen, Forscher und Fachleute aus ganz Deutschland. An der Universität Bielefeld und vor allem an der Wilhelmsuniversität Münster liegen die Forschungsschwerpunkte der Bundesrepublik. Hier wird unter Hochdruck nach einem Heilmittel für die Huntington-Erkrankung gesucht, das bis jetzt noch nicht existiert. Dabei stehen die Forscher in engem Dialog mit den Therapeuten und Pflegern des St.-Josef-Hauses. Denn die neurologisch-psychiatrische Einrichtung in Liesborn ist einer der wenigen Standorte in Deutschland, die auf Huntington spezialisiert sind.

„Wir haben Aufnahmeanfragen aus ganz Deutschland“, berichtete Einrichtungsleiter Reinhard zum Hebel. Auch würden in Liesborn neue Therapieverfahren angewandt und weiterentwickelt.

Das Programm der Fachtagung basiert auf zwei Säulen. Am Morgen widmen sich die Teilnehmer den theorietischen Zugängen und aktuellen Forschungsarbeiten zur Krankheit. Am Nachmittag liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung und Arbeit mit den Patienten. In Workshops können sich Interessierte beispielsweise mit dem Konzept der ethischen Fallbesprechung oder dem Umgang mit Schluckstörungen auseinander setzten.

Weitere Informationen zur Fachtagung hat das St.-Josef- Haus auf seiner Homepage www.st-josef-haus.de gebündelt. Einrichtungsleiter Reinhard zum Hebel ist unter w 02523/991101 erreichbar.

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