Friseurinnen feiern Wiedersehen in Wadersloh


Fast 25 Jahre ist es her, dass Margret Weber ihren Friseursalon schloss. Jetzt hat sie ihre ehemaligen Mitarbeiterinnen zu einem Treffen eingeladen.

Eine Tierpatenschaft für einen Esel schenkten die ehemaligen Mitarbeiterinnen ihrer einstigen Chefin Margret Weber. 25 Jahre nach der Schließung lud sie zum Kaffeetrinken nach Wadersloh.

Wadersloh (akl) - Margret Weber aus Wadersloh durfte in diesen Tagen mit Freude erfahren, wie es sich anfühlt, eine offenbar freundliche Chefin gewesen zu sein. Weber leitete von 1975 bis 1997, also für mehr als 20 Jahre, den Friseursalon Weber in Wadersloh. Jetzt, rund 25 Jahre nach dem finalen Haarschnitt, lud sie all ihre ehemaligen Mitarbeiterinnen zu einem gemeinsamen Treffen mit Kaffee und Kuchen in ihren Garten in Wadersloh ein.

Es ist wohl als Zeichen allergrößter Sympathie zu sehen, wenn – abgesehen von einer im tiefsten England lebenden und einer sich im Urlaub befindlichen Friseurin – alle ehemaligen Mitarbeiterinnen der sichtlich gerührten Chefin ihre Aufwartung machen. 14 ehemalige Angestellte, die teils viele Jahre im Friseursalon Weber tätig waren, folgten der Einladung.

Tierpatenschaft als Geschenk

Da in dem Salon schon immer eine familiäre Stimmung geherrscht habe, entschloss sich Weber, ein Ehemaligentreffen ins Leben zu rufen. Dafür war zunächst eine gewisse Recherche-Arbeit vonnöten. Einige der Frauen waren umgezogen oder hatten nach der Heirat einen anderen Namen angenommen. Aber egal ob in England oder Erfurt, am Ende konnte Margret Weber alle ausfindig machen.

Auch ein Begrüßungsgeschenk hatten die Frauen für ihre ehemalige Chefin parat: eine einjährige Tierpatenschaft des Tierschutzhofes „Deichmanns Farm“ in Lippetal. Der Gastgeberin wurde dabei augenzwinkernd versichert, dass es keinerlei Hintergedanken gegeben habe, als die Entscheidung der Tierpatenschaft ausgerechnet auf einen ebenfalls im hohen Rentenalter befindlichen Esel fiel. Vielmehr sei es die nette Art des Esels gewesen, welcher von allen Tieren des Tierschutzhofes am freundlichsten „aus der Wäsche geschaut hätte“. Alle seien sich einig gewesen, dass daher nur diese Patenschaft für die ehemalige Chefin in Frage kommen kann. Wenn das kein Kompliment ist.

Schöne, unterhaltsame und skurrile Erinnerungen

Hintergrund

Im Jahr 1975 gründete Margret Weber ihren Friseursalon in den Räumlichkeiten Am Kirchplatz 11, wo vorher ein Herrensalon war. Sie leitete ihn bis 1997, dann übernahm ihre ehemalige Mitarbeiterin Anke Teckentrup das Geschäft. Unter ihrem eigenen Namen betreibt sie nun direkt gegenüber einen eigenen Salon.

Das Gebäude des Friseursalons von Margret Weber wurde abgerissen und neu gebaut. Heute befindet sich dort unter gleicher Adresse die Caritas.

Nach dem offiziellen Teil wurden anschließend Kaffee und Kuchen genossen – selbstverständlich draußen und mit dem negativen Ergebnis eines vorher von allen Teilnehmerinnen durchgeführten Corona-Tests. Bis spät in den Abend genossen sie ihr Wiedersehen.

„Es war einfach schön, alle wieder zu sehen“, fasste Margret Weber den Abend glücklich zusammen. Es sei „wie früher“ gewesen, als wenn kaum Zeit verstrichen wäre. Es wurden gemeinsame Erinnerungen ausgetauscht, ganz gleich ob schön, unterhaltsam oder auch teils skurril.

Nicht wieder zwanzig Jahre bis zum nächsten Treffen

Zum Beispiel die Geschichte einer Mitarbeiterin, die von der Tochter einer Kundin gefragt wurde, warum sie so knallrote Haare habe. „Weil ich so gerne rote Gummibärchen esse“, sagte sie. So weit, so verständlich. Als das Kind das nächste Mal eine rothaarige Frau sah, sagte es zu seiner Mutter: „Schau mal, die isst gerne rote Gummibärchen.“ Eine haargenaue Analyse.

Nachdem alle Anekdoten aufgewärmt waren, waren sich alle Teilnehmerinnen am Ende des gelungenen Abends in einem einig: Bis zum nächsten Ehemaligentreffen sollten nicht noch einmal mehr als zwanzig Jahre ins Land ziehen.

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