Heimatverein Wadersloh trauert um Ehrenvorsitzenden


Der Heimatverein Wadersloh trauert um Herbert Fortmann, der am Samstag, 19. November, plötzlich und unerwartet gestorben ist.

Im Alter von 75 Jahren ist Herbert Fortmann, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Wadersloh, am 19. November überraschend gestorben.

Wadersloh (gl) - Zehn Tage zuvor hatte der Ehrenvorsitzende noch eine Rede bei der Gedenkfeier anlässlich der Novemberpogrome 1938 gehalten. Fortmann wurde 75 Jahre alt.

Verein zehn Jahre als Vorsitzender geprägt

Viele Jahre war der Wadersloher Mitglied im Heimatverein und hatte diesen von 2009 bis 2019 als Vorsitzender maßgeblich geprägt. „Viele Aktionen für unseren Ort sind geprägt von seiner Tatkraft, etwa die Pflanzaktion tausender Krokusse, die bis heute im Frühjahr das Ortsbild prägen“, heißt es in einem Nachruf des Heimatvereins. 

Unterstützt wurde Fortmann dabei von Kindern und Jugendlichen der Wadersloher Schulen. Er begleitete die Installation der Stolpersteine, die an die jüdischen Mitbürger erinnern und deren Namen dadurch nicht in Vergessenheit geraten.

Die Verwirklichung des „Wadersloher Lesebuchs“ in Zusammenarbeit mit der Familie Kellner hatte Fortmann gefördert. Fahrten ins Baltikum waren für ihn ein großes Anliegen. Mehrere Touren führten ihn und seine Teilnehmenden nach Riga, in die Hauptstadt Lettlands. Es sei ihm sehr wichtig gewesen, dort die verschiedenen Gedenkstätten aus der Zeit des Holocaust zu besuchen und die Erinnerungen daran wachzuhalten, schreibt der Heimatverein weiter.

Einsatz für Beitritt zum Riga-Komitee

Fortmann pflegte intensive Kontakte zu Familien in Riga, geprägt von privaten Besuchen dort. Er setzte sich intensiv dafür ein, dass die Gemeinde Wadersloh dem Riga-Komitee beitrat. Dem Heimatverein war er auch als Ehrenvorsitzender weiterhin verbunden und brachte sich mit vielen Ideen und einigen Projekten ein, darunter der Wadersloher Lichterbogen, der Kalender oder die Infotafel „Kirchplatz Wadersloh 1869“ beim Café Miss Elly. 

„Leider ist es ihm nicht vergönnt, die ursprünglich geplante Riga-Reise für 2023 durchzuführen“, gibt der Heimatverein mit Bedauern bekannt. Fortmann sei es immer ein Anliegen gewesen, die Geschichte des Dorfs zu bewahren, sichtbar zu machen und dabei mit Menschen in Kontakt zu treten, um sein Wissen weiterzugeben. „Der Heimatverein verliert mit Herbert Fortmann einen tatkräftigen, engagierten Heimatfreund, der seine Projekte mit viel Herzblut angegangen und umgesetzt hat.“ Der Vorstand und der gesamte Heimatverein trauerten mit seiner Frau Monika, seinen Kindern und Enkeln.

Der Wortgottesdienst ist am Samstag, 26. November, ab 10.30 Uhr in der Friedhofskapelle in Wadersloh. Anschließend erfolgt die Urnenbeisetzung.

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