Ideen gegen den Bevölkerungsschwund



Wadersloh (gl). In weniger als 20 Jahren wird die Gemeinde Wadersloh 2400 Einwohner verlieren – diese Prognose stellte Elmar Ahlke in dieser Woche dem Rat der Gemeinde vor. Der Leiter des Dezernates 1, Zentrales und Bürgerdienste, präsentierte ein Handlungskonzept „Demografie“.

Leere Fußgängerzonen, überwiegend ältere Menschen, wenige Familien: Mit dem Bevölkerungsschwund haben nicht nur ländliche Gemeinden wie Wadersloh zu kämpfen. Das Bild zeigt drei Rentner in Eschwege (Werra-Meißner-Kreis). Die Verwaltung der Gemeinde Wadersloh hat sich intensiv mit dem Thema „Demografie“ beschäftigt und in dieser Woche ein Handlungskonzept vorgestellt.

Damit möchte die Verwaltung dem allgemeinen Trend des Bevölkerungsschwunds entgegenwirken. Die Idee zu einem solchen Konzept ist im Rahmen eines Projekttags am 2. April entstanden. In den vergangenen Wochen hat eine Projektgruppe aus der Verwaltung das Thema analysiert und Überlegungen entwickelt.

Dass der Bevölkerungsschwund negative Auswirkungen auf die Lebensqualität in der Gemeinde haben wird, betonte Elmar Ahlke. Wohnen ohne Arbeit, kultureller Angebotsmangel, weitere Arbeitswege, fehlender öffentlicher Nahverkehr und zunehmende Leerstände zählte er als Folgeerscheinungen auf.

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern will man sich auf die Handlungsfelder „Kinder und Familienfreundlichkeit“, „Senioren“, „Wirtschaft- und Arbeitsmarkt“, „Ehrenamt“ sowie „Tourismus“ und „Marketing“ konzentrieren. Zu allen Bereichen wurde der Blick über den Tellerrand unternommen und geschaut, welche Angebote es in anderen Kommunen gibt, um Anreize zu schaffen und das Lebensumfeld zu verbessern. Vor allem für junge Familien soll die Gemeinde Wadersloh attraktiv sein, aber auch an Senioren wird intensiv gedacht.

Seitens der Verwaltung war geplant, über das Konzept im Hauptausschuss am 10. Oktober zu beraten und die Beschlussfassung in der Ratssitzung am 20. Oktober vorzunehmen. Dem konnten sich die Ratsfraktionen nicht anschließen.

Sie sahen Berührungspunkte mit dem derzeit durchgeführten Kernbereichsmanagement unter der Moderation von Thomas Lepping von der Firma TL Kommunaldialog aus Borken. Sowohl Wilhelm Weinekötter (FDP) als auch Bernd Marx (SPD), Ulrich Bösl (CDU) und Heino Teckentrup (FWG) äußerten den Wunsch nach einer intensiveren Beratung des Themas in den jeweiligen Fachausschüssen.

Bürgermeister Christian Thegelkamp formulierte daraufhin einen Beschlussvorschlag, nach dem das Handlungskonzept „Demografie“ in den Sitzungen nach den Ferien beraten werden soll und Vorschläge gemacht werden können. Ergebnisse aus dem Kernbereichsmanagement sollen einfließen, sodass zum Sommer 2012 eine umfassende Handlungsempfehlung verabschiedet werden kann. Dieser Vorschlag fand bei allen Zustimmung.

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