In neuen Abschiedsräumen Trost finden



 Wadersloh (gl) - Diese Räume sprechen zu den Trauernden: Im ersten führt eine Treppe symbolisch hinauf zu Gott, im zweiten erstrahlt eine prächtige Sonne und im dritten Raum macht ein Vers an der Wand Hoffnung:

Bei der Möblierung der Abschiedsräume packten die Schüler des Gymnasiums Johanneum in Wadersloh kräftig mit an. Das Bild zeigt (v. l.) Maren Mußenbrock, Anna Friggemann, Julia Kranz, Regina Janzen und Maike Eickerling. Im Hintergrund ist die Sonne zu sehen, die dem Raum eine warme Atmosphäre verleiht.

„Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Hause“. Wer hier in den schwersten Stunden nach dem Tod eines lieb gewonnenen Menschen in sich hinein hört, der hört Stimmen, die Mut machen.

Die offizielle Eröffnung ist zwar erst im März, doch schon bei der Möblierung der Abschiedsräume auf dem Wadersloher Friedhof in dieser Woche wurde deutlich: Die Schüler des Gymnasiums Johanneum haben etwas Bleibendes geschaffen, gerade weil sie sich mit der Vergänglichkeit und dem schwierigen Thema Tod offen und kreativ auseinander gesetzt haben.

Und das war anfangs gar nicht so einfach, wie die Projektgruppe offen zugab. „Sicherlich, zuerst war die Arbeit ungewöhnlich. Ich hatte Respekt vor dem Thema. Doch mit der Zeit ist es immer einfacher geworden“, blickte Julia Kranz zurück. Sie packte mit ihren Freundinnen bei der Einrichtung mit an.

Die ganze Gruppe fiebert jetzt der offizielle Eröffnung entgegen, wenn Gemeinde-, Kirchen- und Schulvertreter, Mitarbeiter der heimischen Bestattungsunternehmer sowie der Hospizgruppe das Ergebnis des mehrjährigen Projektes bewundern.

Was tröstet? Welche Symbole könnten zum Einsatz kommen? Wie entsteht eine warme Atmosphäre? Mit diesen Fragen setzten sich die Schüler im Unterricht auseinander. Und fanden Antworten, die ganz ohne Worte auskommen. Eben für eine Zeit, in der Sprach- und Fassungslosigkeit den Raum füllen. Doch wer genau hinschaut und -hört, findet irgendwo, und sei es in einem noch so kleinen Detail, einen Hauch Hoffnung, um wieder nach vorne blicken zu können.

Beeindruckt von der intensiven Arbeit der Schüler zeigten sich Religionslehrer Thomas Engstler und Kunstlehrer Werner Schlegel. Sie unterstützten die engagierten Schüler bei einem Projekt, das eine neue Sprache der Trauer spricht.

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