KFD-Piraten stechen in närrische See



Wadersloh (mae) - Einmal im Jahr – zur Karnevalszeit – verwandelt sich das Pfarrheim „St. Michael“ in ein Narrenschiff. Ein ausgebuchter Dampfer nahm am Samstag mit seinen bunt kostümierten, weiblichen Passagieren von der KFD fast pünktlich Kurs auf eine närrisch-stürmische See.

Stürmischen Beifall gab es für die Spielschar-Piraten: (hinten, v. l.) Marlies Holtmann, Maria Peters, Petra Katthöfer, Annette Schlieper, Elisabeth Molitor, Adelheid Hahne, Mechthild Niehüser, Silvia Ackfeld sowie (vorne, v. l.) Ulrike Smeenk, Nicole Holthaus und Martha Rembeck.

Kaum hatte Steuermann Henrik Streffer als DJ das Schiff in Fahrt gebracht, enterten elf Piraten von der Spielschar das Deck beziehungsweise die Bühne und übernahmen mit Helau, Radau und dem Piratentanz das Kommando für die kommenden Stunden.

Und die Szenen, die sich nach der Begrüßung durch Piratensprecherin Marlies Holtmann dort abspielten, strapazierten das Zwerchfell, trieben Lachtränen in die Augen und rissen zu Begeisterungsstürmen hin.

Da hatten beispielweise zwei ältere Damen ihre Probleme mit einer sprechenden Bahnhofswaage, es gab Schwierigkeiten bei der letzten Musterung, wenig später „Krach im Kinderzimmer“ und schließlich tauschten zwei russische Hebammen ihre Erfahrungen mit deutschen Frauen aus. In Anbetracht ständig steigender Kosten im Gesundheitswesen wurde schon mal eine Blinddarmoperation auf dem heimischen Küchentisch geprobt, und auch der Kreislauf eines Kaugummis plastisch dargestellt. Natürlich nahmen die Akteure auch bei den „Nachrichten“ wieder Ereignisse des vergangenen Jahres innerhalb der Gemeinde auf’s Korn: Da wurde beispielsweise „Jugendverweilraum“ zum Unwort des Jahres erklärt. Gleichzeitig gab es Nutzungsvorschläge für den Unterstand am Bauhof, da sich die Jugend anscheinend nach wie vor an der „Blauen Grotte“ trifft.

Für weitere Abwechslung sorgten die Tanzdarbietungen: Da zeigte die Spielschar den „Tischtanz“ und unter Schwarzlicht den „Tanz der mexikanischen Hühner“. Der „Nachwuchs“ war vertreten mit dem obligatorischen „Funkentanz“, eine Mädchengruppe des TuS Wadersloh tanzte nach ABBA-Melodien und die „Beat-Girls“ kamen ebenfalls als Piraten verkleidet.

Und schließlich gab es auch noch Gymnastik: Da ahmten Mitglieder der Spielschar sehr gekonnt mit ihren Füßen die Kölner Kultband „De Bläck Fööss“ nach, so dass es keine der Zuschauerinnen mehr auf ihrem Platz hielt.

Erst später am Abend gaben die Piraten das schwankende Narrenschiff wieder frei. Ob die Passagiere danach den sicheren Heimathafen erreichten oder irgendwo strandeten, ist derzeit (noch) nicht bekannt.

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