Kostbare Orientteppiche sind zu sehen



Liesborn (dali) - In westfälischen Wohnzimmern schlummert manche wertvolle Kostbarkeit aus dem Orient.  Das Museum Abtei Liesborn zeigt von Sonntag, 17. Juli, bis zum 4. September in der Ausstellung „Der Orient in Westfalen“ die einzigartigen Stücke aus westfälischen Privatsammlungen.

Teppichsammler Adolf Weddemann zeigt im Museum Abtei Liesborn den persischen Bodenbelag, der als Schlafunterlage diente.

„Das ist echte Handarbeit“, schwärmt Museumsleiter Dr. Bennie Priddy. „Es spielte keine Rolle, ob die Teppiche schief gefertigt wurden.“ Zusammen mit dem Lippstädter Adolf Weddemann, der Teppiche hobbymäßig sammelt und sich detailliertes Wissen über die Kunst der Teppichherstellung im Nahen Osten angeeignet hat, organisierte Dr. Priddy eine umfangreiche Ausstellung im Museum Abtei Liesborn. Über 100 Exponate werden gezeigt.

Dabei ist die Sammlung nach den Herstellungsorten Anatolien, Persien, Kaukasien und Turkmenien geordnet. Die nomadischen Hirtenvölker nutzten ihre handgeknüpften Teppiche von Region zu Region unterschiedlich: In der Türkei diente der osmanische Bodenbelag als Unterlage zum Gebet. Passend dazu ist der Querschnitt einer Moschee zu sehen.

„Der Teppich wurde in Zelten als Schlafunterlage genutzt“, erläutert Adolf Weddemann. In Persien wurden die Teppiche von Leiharbeiten aus Indien gefertigt. Von dort kommt auch die handwerklich schönste Arbeit der Ausstellung: der Millefleurs aus der Gegend von Gaschgai in Südpersien. „Höchste Qualität und feinste Knoten“, schnalzt der Teppichexperte aus Lippstadt mit der Zunge. Im Kaukasus und in Turkmenien galten Teppiche als Statussymbol.

 „Man kann sich regelrecht vorstellen, wie die Männer ihre Gäste empfangen haben und bei einer Wasserpfeife über Politik geredet haben“, erklärt Adolf Weddemann die Bedeutung der Festzeltteppiche. Schon im frühen Mittelalter brachten venezianische Kaufleute die Kostbarkeiten nach Europa. „Orientalische Teppiche waren ein Ausdruck von hoher Wertschätzugn“, sagt Weddemann.

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