Löschzug zeigt bei Übung sein Können



Liesborn-Göttingen (dob) -  Dichte Rauchschwaden dringen aus der Scheune der Koi-Zuchtfarm EPS in Göttingen. Im Inneren der Gebäude hunderttausende Fische. In der Ferne sind Martinshörner zu hören, und kurz darauf brummen die Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr auf den Hof.

Gerettet: Nur wenige Minuten brauchten die Feuerwehrleute, um eine vermisste Person, bei der Übung eine Puppe, vor den Flammen zu retten. Die Übung verlief reibungslos.

Allerdings nur zur Übung. Immer dichter werden die Rauchschwaden. Auch zaghafte Hilferufe sind nun aus der Tiefe der verqualmten Gebäude zu hören. Doch kaum sieben Meter vom Brandherd entfernt sitzen Feuerwehrleute der Ehrenabteilung und fachsimpeln über die Rauchentwicklung. Keine Eile und keine Hektik unter den Zuschauern. Der Löschzug Göttingen der Freiwilligen Feuerwehr Wadersloh rückt zur Jahresabschlussübung aus. „Vor zwei Jahren hat es hier tatsächlich einmal gebrannt“, berichtet Mechtild Haarhoff, Eigentümerin der Koi – Farm.

Die Gruppenführer springen aus ihren Fahrzeugen und erkunden die Lage. Zwei Personen sind vermisst. Ein Schwelbrand kündigt sich schon durch die geschlossene Tür an. Die Gruppenführer erstatten Zugführer Eugen Nölle Bericht. „Atemschutz anlegen zur Brandbekämpfung!“ Die Löschwasserzufuhr muss sichergestellt werden. Dazu ruft der Löschzug den Gerätewagen der Gesamtwehr zur Hilfe. Eine vermisste Person ist schnell gefunden und kann per Leiter geborgen werden. Der anderen ergeht es nicht so gut. Sie ist in dem Gebäude eingeschlossen.

Mit Atemschutzgerät ausgestattet machen sich die Teams auf die Suche und bekämpfen gleichzeitig den Brand. Nicht lange dauert es, bis auch diese Person gerettet werden kann. Doch dann knacken die Funkgeräte. Ein zweiter Trupp hat hinter dem Haus eine weitere verletzte Person entdeckt. Unter einem Radlader ist ein Mitarbeiter der Koizuchtfarm, in der Übung eine Strohpuppe, eingeklemmt. Mit schwerem Bergewerkzeug muss die Baumaschine angehoben werden, um den Verletzten versorgen zu können. Und dann stürzt auch noch Zugführer Eugen Nölle im Einsatz und muss auf seinem Weg nach unten gestützt werden. Natürlich ist auch diese Situation simuliert. Das Feuer ist gelöscht, die vermissten Personen geborgen. Wehrführer Paul Pickert zieht Bilanz: „Der Göttinger Löschzug ist zu 100 Prozent einsatzbereit.“

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