Rohloff jubelt beim Berlin-Marathon



Wadersloh (dob) - Es ist fast viertel vor Elf als Karl–Heinz Rohloff auf die Zielgerade biegt. Das Brandenburger Tor schiebt sich in sein Sichtfeld. Von der Morgensonne hell erleuchtet steht es da. Als ob es ihm sagen wolle: „Du hast es geschafft! Bald läufst Du durchs Ziel!“

Skatervernügen: Bei herrlichen Sonnenschein lief der Wadersloher die 42,195-Kilometer-Strecke durch die Berliner Innenstadt in 1 Stunde 48 Minuten. Auch der gefürchtete Schweinehund konnte ihn nicht besiegen.

Der Wadersloher Berufsschullehrer Karl–Heinz Rohloff war beim Berlin–Marathon am vergangenen Wochenende dabei. Über 70 000 Teilnehmer an zwei Tagen. Im Feld der Inlineskater, zu denen auch der Sportler aus der Großgemeinde zählt, sind es genau 6572 Starter. Unter ihnen sind auch Weltklasseläufer. Sie wollen Weltcuppunkte sammeln. So hoch sind die Ziele von Karl-Heinz Rohloff nicht. Für ihn ist es die zehnte Teilnahme am Berlin-Marathon. 2001 begann er gemeinsam mit zwei Vereinskameradinnen im TuS Wadersloh seine persönliche Marathongeschichte. Vier Jahre danach folgte dann seine persönliche Bestzeit. Er bewältigte die 42,195 Kilometer lange Strecke in genau einer Stunde und 38 Minuten. Dieses Ergebnis gilt es auch an diesem Samstag zu halten.

Unfallfrei durch die Berliner Straßen

Dafür hat der Freizeitsportler und Sportlehrer trainiert. Nur noch wenige Meter. Karl–Heinz Rohloff ist durch die Säulen des Brandenburger Tors gelaufen und spurtet mit letzter Kraft auf die Straße des 17. Juni. Er hat es geschafft. Gespannt wartet er auf seine Zeitanzeige. Eine Stunde und 48 Minuten. Er hat seinen Rekord um genau zehn Minuten verpasst. Trotzdem ist er mit seiner Leistung zufrieden. Schließlich hat er es unfallfrei und ohne Zwischenfälle über die Berliner Straßen geschafft.

Der Papst war auch schon da

Zwischen Kilometer 34 und 35 schlug zwar der gefürchtete Schweinehund zu und pochte auf einen Handtuchschmiss, Karl–Heinz Rohloff konnte ihn aber in die Flucht schlagen. Als persönliche Fan-Gruppe begleiteten Rohloffs Frau und sein fünfjähriger Sohn den Skater in die Bundeshauptstatt. Neben dem Marathon konnte sich die Familie über einen weiteren Höhepunkt freuen. Auf dem Weg zur Anmeldestelle kreuzte plötzlich die Kolonne des Papstes den Weg der Wadersloher. Sie waren mit dem Fahrrad unterwegs und wurden von der Polizei am Straßenrand gestoppt. „Das war ein wirklich besonderer Augenblick, als der Papst in seinem Wagen an uns vorbei rauschte“. So wird dem erfolgreichen Teilnehmer des Berlin–Marathon ein weiterer unvergesslicher Berlinbesuch in Erinnerung bleiben. Eines kann er aber jetzt schon sagen: „Der Marathon in diesem Jahr wird nicht mein letzter sein.“

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