Senioren genießen Kino-Atmosphäre



Wadersloh (dob) - „Wann waren Sie das letzte Mal im Kino?“ – diese Frage richtete Bernhard Bouschery an die Senioren, die zum Sonntagskino der Gruppe „Hand in Hand“ ins St.-Josef- Haus gekommen waren. Ein vielsagendes Raunen ging durch die Reihen und verriet: Das ist schon eine halbe Ewigkeit her.

Bei Kaffee und Kuchen einen guten Film genießen. Das erste Seniorenkino, organisiert von der Gruppe „Hand in Hand“ ist am Sonntagnachmittag im Gemeinschaftsraum des Seniorenheims St. Josef in Wadersloh gut angekommen.

Genau das hatten Brigitte Kettrup und Bernhard Bouschery vorausgesehen und beschlossen, diesen Umstand so nicht stehen zu lassen. Gemeinsam mit der Gruppe „Hand in Hand“ erdachten sie die Winterreihe „Sonntagskino und mehr“, die mit Unterstützung des Seniorenwohnheims St. Josef stattfindet. An diesem Sonntag hieß es zum ersten Mal „Film ab!“.

Der Hauptmann von Köpenick betrat in altbekannter Manier die Leinwand und lud in eine Zeit ein , die für die Meisten im Raum in ihre Jugend fiel. Die erste Liebe, Musik und der erste Kinobesuch. Ein ereignisreiches Leben ist es her. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten versammelten sich die Senioren wieder vor einer Leinwand, und einige von ihnen blühten in Gesellschaft vieler Gleichgesinnter und dem fesselnden Programm förmlich auf.

„Wir richten unser Kinoangebot speziell an alle Senioren, die an einem Sonntagnachmittag sonst allein zu Hause sitzen würden“, erklärte Brigitte Kettrup.

Bei Kaffee und Kuchen gab es vor dem Filmbeginn Gelegenheiten zum „Klönen“. Das Filmangebot findet ab jetzt an jedem ersten Sonntag im Monat von November bis März statt. Die Gruppe „Hand in Hand“ bietet über die Filmabende ein breites Spektrum von Hilfsdiensten für Senioren und Angehörige Pflegebedürftiger an. „Das Filmprojekt ist unsere neuste Idee“, berichtete Bernhard Buschery. Die Mitglieder der Gruppe begleiten Einkäufe, Spaziergänge oder Rollstuhlfahrten. Machen Hausbesuche, lesen vor, nehmen sich Zeit für lange Gespräche. Auch bei Arzt- oder Behördengängen stehen sie zur Seite. Kleine Schreibarbeiten können genauso übernommen werden wie die Begleitung bei Friedhofs- oder Kirchbesuchen. Ehrenamtlich helfen die engagierten Bürger ihren Mitmenschen und machen Leben oft erst wieder lebenswert. „Scheuen Sie sich nicht, uns anzurufen“, ermunterte Brigitte Kettrup. Dass es nicht immer leicht sei um Hilfe zu fragen, sei den Mitgliedern bewusst.

Bei Interesse stehen Bernhard Bouschery,  02523/7111, und Brigitte Kettrup,  02523/7687, zur Verfügung.

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