Trommelwirbel auf dem Gymnastikball



Liesborn (gl). „Let the sunshine in“ aus dem Musical „Hair“ tönt aus dem CD-Player, und wie bestellt scheint die Novembersonne durch die Fenster des Seniorenheims Curanum in Liesborn. Im Rhythmus sausen Trommelstäbe auf bunte Gymnastikbälle herab, die Gruppe ist mit Konzentration bei der Sache.

Beim Trommelworkshop im Seniorenheim Curanum in Liesborn ist Rita Kölling mit Konzentration bei der Sache. Kursusleiterin Barbara Großkreuz gibt die Anweisungen, und auch Friedrich Weischer und Ute Walter (v.l.) machen alle 14 Tage gerne bei dem Angebot mit.

 Physiotherapeutin Barbara Großkreuz gibt die Kommandos: die Stäbe heben, zwei Mal zusammenschlagen, rechts auf den Ball schlagen, links schlagen – alles im Rhythmus zur Musik. Was zu morgendlicher Stunde richtig Stimmung macht, nennt sich „Drums alive“ und ist ein zertifiziertes Trainingskonzept, das im Curanum seit Anfang März mit Erfolg angeboten wird. Rita Kölling ist von Beginn an mit dabei. „Das macht sehr viel Spaß“, sagt die Bewohnerin.

Und das soll auch so sein. „Musik hat Aufforderungscharakter“, erklärt Trainerin Barbara Großkreuz. „Die Teilnehmer merken dabei gar nicht, wie sehr sie sich bewegen.“ Einige in der Runde haben Hüftprobleme oder andere körperliche Einschränkungen. Wer eine Pause braucht, der lässt die Stäbe einfach ruhen. Doch das hat an diesem Morgen niemand nötig. Bei „Champs Elysées“ und beim „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ trommeln alle mit.

Nicht nur die Bewegung stehe im Mittelpunkt, das Programm schule gleichzeitig auch das Gedächtnis und die Konzentration, erklärt Barbara Großkreuz, die freiberuflich als Physiotherapeutin arbeitet und „Drums alive“ im Lippstädter Turnverein über das ReAktiv-Forum anbietet.

Das Einstudieren neuer Stücke und das Wiederholen von bereits erlernten Abfolgen sorge dabei für einen Wechsel von Konzentration und Entspannung.

Für Friedrich Weischer ist der Trommel-Workshop im Curanum noch ein bisschen mehr. Es erinnere ihn an seine Schulzeit auf dem Gymnasium, als er in einer Jazz-Band Schlagzeug gespielt habe. Zwei Mal hätten sie sogar ein Konzert von Louis Armstrong besucht. Er legt die Sticks beiseite und verabschiedet sich: „Also dann bis zum nächsten Mal.“

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