Windenergie auf dem Prüfstand



Wadersloh (gl) - Das Thema Windenergie wird in den kommenden Wochen noch beschäftigen. Einstimmig sprach sich der Bauausschuss in dieser Woche dafür aus, ein Gutachten in Auftrag zu geben, mit dem das Gemeindegebiet auf „Windhöffigkeit“ und auf geeignete Bereiche  untersucht werden soll.

Wie geht es mit der Windenergie in der Gemeinde weiter? Diese Frage soll durch ein neues, aktuelles Gutachten geklärt werden. Dabei wird die so genannte „Windhöffigkeit“, die Eignung von Standorten für Windkraftanlagen, vor dem Hintergrund neuester technischer Entwicklungen in diesem Bereich untersucht. Dann soll über weitere Schritte entschieden werden.

 Hintergrund ist, dass die Bezirksregierung Münster zur Fortschreibung des Regionalplans bis zum 31. Dezember eine Stellungnahme zu diesem Thema von der Gemeinde Wadersloh erwartet. Es liege zwar ein älteres Gutachten vor, im persönlichen Gespräch mit einem Vertreter der Bezirksregierung sei aber deutlich gemacht worden, das dieses nicht mehr aussagekräftig sei, machte Bürgermeister Christian Thegelkamp deutlich. Die technischen Voraussetzungen hätten sich geändert und nun brauche man eine belastbare Datengrundlage für die weitere Diskussion – „egal in welche Richtung die auch führen wird.“

 Auch Josef Driftmeyer (CDU), Vorsitzender des Bauauschusses, warb dafür, zunächst für den gesamten Bereich der Gemeinde aktuelle Auskünfte einzuholen bevor man in detaillierte Gespräche über Windenergie im Gemeindegebiet einsteige. „Das Gutachten ist veraltet, wir sollten diesen Weg gehen“, stieß Wilhelm Weinekötter (FDP) ins gleiche Horn.

Ein solches Gutachten koste zwischen 13 000 und 17 000 Euro, schätzte Bürgermeister Thegelkamp. Emotionsfrei gesammelte Daten als Basis für die weitere Diskussion im Bereich Windenergie in der Gemeinde Wadersloh sei unerlässlich. Man gebe schließlich noch keine Baugenehmigung, sondern liefere nur die Planungsgrundlage, zeigte sich auch Rudolf Luster-Haggeney (CDU) mit der Vorgehensweise, zunächst ein entsprechendes Gutachten erstellen zu lassen, einverstanden. Nach der Atomkatastrophe in Japan müsse man im Bereich der Energiegewinnung umdenken, machte er deutlich. Der Bereich der Windenergie sei darüber hinaus auch ein Wirtschaftszweig, der den Gemeinde Geld bringe und auch andernorts genutzt werde.

In der weiteren Diskussion soll es vordergründig um die Ausweisung so genannter „Windvorranggebiete“ gehen. Im Einzugsgebiet von Diestedde ist ein solches Gebiet bereits vorhanden. Auch im Auschuss für Umwelt, Energie und Landschaft am kommenden Montag wird über das Thema beraten.

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