Wurzeln um Gasleitungen: 28 Bäume fallen



Wadersloh (dw) - 28 Bäume müssen in Wadersloh gefällt werden, damit diese keine Schäden an den Haupterdgasleitungen der Thyssengas verursachen. Darüber hat der Betreiber des Fernleitungsnetzes für Erdgas im Umweltausschuss informiert. Immerhin: Das Unternehmen pflanzt als Ersatz neue Bäume.

So eine Schlagzeile möchte wohl niemand in Wadersloh lesen: „Frau stirbt bei Gasexplosion“. Vor knapp 30 Jahren hatten in Viersen Platanen eine Gasleitung beschädigt. Eine Wurzel legte sich um die Leitung. Der Wind sorgte dafür, dass der Baum wie ein Hebel auf diese wirkte. Im Zugbereich öffnete sich schließlich eine Schweißnaht. Gas strömte in ein Haus, in dem es beim Einschalten des Lichts im Keller zur Explosion kam. Bis zu diesem Zeitpunkt habe man das Thema nicht auf der Agenda gehabt, sagte Peter Alexewicz (Leiter Unternehmenskommunikation bei Thyssengas) im Ausschuss. 

Jetzt kontrolliert die Firma regelmäßig die Leitungen – und ist zum Schluss gekommen, dass eben 28 Bäume fallen müssen. Bei weiteren sieben erfolge noch eine Klärung, erläuterte Klaus Neuhaus (Thyssengas). Die Untersuchungen von acht Örtlichkeiten in Wadersloh hat laut Neuhaus ergeben, dass sich 43 Bäume in kritischer Leitungsnähe befinden. 

An der Diestedder Straße 48 müssen acht Linden entfernt werden. Am Norenkamp 2 sollen zehn Bäume der Säge zum Opfer fallen. An der Langenberger Straße 61 sollen zwölf Bäume abgesägt werden. An einigen Standorten wie an der Waldliesborner Straße/Herzebrockweg und der Bentelerstraße 43 sind keine Maßnahmen erforderlich. An der Benteler Straße 44 will Thyssengas die Leitung freilegen und einen Wurzelschnitt durchführen. 

„Wir ziehen nicht mit der Sense oder der Säge durch das Land“, unterstrich Neuhaus. „Wir schauen genau hin.“ Die Untersuchung der Bäume mit einem Saugbagger sei ein großer Aufwand. Auf die Frage der Freien Wählergemeinschaft (FWG), ob sich die Leitungen nicht auch verlegen ließen, antwortete Neuhaus, dies sei nicht wirtschaftlich. Alexewicz wies daraufhin, dass bei einigen Standorten in Wadersloh akuter Handlungsbedarf bestehe. Leitungen zu verlegen, benötige jedoch Zeit. 

Für Bürgermeister Christian Thegelkamp ist die Maßnahme „ein Akt kommunaler Sicherheit“. Die Verwaltung werden überlegen, wo neue Bäume gepflanzt werden könnten. Der Ausschuss votierte einstimmig dafür, dass die Verwaltung eine angemessene Kompensation sowie mögliche Nachpflanzungen und die Standorte zusammen mit Thyssengas ausarbeitet. CDU-Fraktionsvorsitzender Rudi Luster-Haggeney kann sich vorstellen, dass für jeden gefällten Baum zwei oder drei neue aufgestellt werden.

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