Zeit und Gesellschaft für Senioren



 Wadersloh (gl) - „So viele Senioren sitzen nachmittags alleine zu Hause“, weiß Bernhard Bouschery. Umso weniger können er und Brigitte Kettrup vom ehrenamtlichen Seniorenhilfsdienst „Hand in Hand“ verstehen, dass derzeit nur sieben Personen aus der Gemeinde das Angebot nutzten.

Gemeinsam sind sie stark: Das Wohl der Senioren in der Gemeinde Wadersloh liegt den Ehrenamtlichen von „Hand in Hand“ am Herzen. Dafür engagieren sich (hinten, v. l.) Friedrich Stallein, Karl Mense, Peter Rempel, Martina Drews, Agathe Fensterer und Bernhard Bouschery sowie (vorne, v. l.) Maria Bouschery, Walgund Duffe, Christa Eßmann, Brigitte Kettrup, Cordula Hambrock-Tönspeterotto und Norbert Streit. Außerdem gehören noch Gertrud Wollenhöfer und Gerti Scholz zur Gruppe.

„Der Bedarf ist sicher höher“, ist Bernhard Bouschery überzeugt. Wie auch Brigitte Kettrup glaubt er inzwischen, dass im ländlichen Raum vielleicht die Hemmschwelle für ein solches Angebot zu hoch ist. Hilfe von außen zu holen, damit täten sich gerade ältere Menschen häufig schwer. Zu fest sei vielfach der Gedanke in den Köpfen verankert, dass sich die Familie zu kümmern habe. In vielen Fällen sei das aber aus den unterschiedlichen Gründen nicht mehr in dem Maße möglich, wie es für die betroffene Person eigentlich am besten sei, wissen die Ehrenamtlichen von „Hand in Hand“.

Deshalb wundern sie sich, warum ihr Angebot für Hausbesuche, Spaziergänge, Begleitung zum Einkauf oder zum Arzt nicht häufiger genutzt wird. Gerade auch Angehörige könnten Entlastung erfahren, wenn die zu pflegende Person für ein oder zwei Stunden nicht alleine ist, die Zeitung vorgelesen bekommt eine nette Unterhaltung führt.

„Ich vertreibe dir die Zeit ein bisschen, damit du nicht alleine in der Wohnung hockst“, bringt Bernhard Bouschery das Ziel von „Hand in Hand“ auf den Punkt. Wer einmal den Schritt gewagt habe, der sei für die Unterstützung dankbar. An ehrenamtlichen Betreuern mangelt es nicht. 14 Männer und Frauen widmen einen Teil ihrer Freizeit den Senioren der Gemeinde. Freuen würde sich die Gruppe „Hand in Hand“ über zusätzliche Kräfte aus Diestedde und Liesborn, denn das Angebot soll in allen Ortsteilen bestehen.

Während der Seniorenmittagstisch „Essen und Klönen“ stets gut besucht ist (neue Gesichter sind immer willkommen), muss sich das Sonntagskino für Senioren noch mehr etablieren. „Ich höre immer wieder von älteren Alleinstehenden, dass der Sonntag so langweilig ist – dann kommen aber doch nur Ehepaare“, berichtet Brigitte Kettrup. Sie wünscht sich mit „Hand in Hand“, dass noch mehr Menschen über ihren Schatten springen und Neues wagen – in jedem Alter.

Über das Angebot von „Hand in Hand“ informieren Bernhard Bouschery, 02523/7111, und Brigitte Kettrup,  02523/7687.

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