10.000 Pakete auf dem Weg von Warendorf nach Rumänien



„Aktion Kleiner Prinz“: Wieder fleißig gepackt und gespendet haben Freiwillige für die traditionelle Warendorfer Weihnachtspäckchenaktion.

Warendorf (gh) - Gewöhnlich ist der Wilhelmsplatz am 24. November voller Päckchen und Lastwagen. Kindergärten, Schulen, Firmen und Privatpersonen geben ihre liebevoll und bunt verpackten Weihnachtspäckchen für Kinder bedürftiger Familien in Rumänien ab.

Keine zentrale Annahmestelle 

An diesem Tag gibt es keine zentrale Annahmestelle – jedoch steht ein Anhänger mit der Aufschrift „Aktion Kleiner Prinz“ auf dem Platz. Coronabedingt erfolgte die über die vergangenen Woche gestreckte Abgabe der vielen Pakete an der Halle am Hartsteinwerk. Für Spender, die nicht zur Halle gelangen konnten, oder nichts von der Änderung mitbekommen haben, gab es gestern ab acht Uhr auf dem Wilhelmsplatz die Möglichkeit, ihre Geschenke abzugeben. „100 Päckchen wurden heute schon hierher gebracht“, resümiert Klaus Chmiel von der „Aktion Kleiner Prinz“ um 10 Uhr.

Martin Bückmann fährt mit seinem Auto vor und kommt mit zwei schön verpackten Kartons auf Claus Chmiel und seinen Ehrenamtskollegen Dr. Tim Schubert zugelaufen. „Ich habe noch mehr“, sagt der Ennigerloher, der seitdem seine jetzt 17 Jahre alte Tochter in den Kindergarten gegangen ist, mit der Familie traditionell jedes Jahr sieben Päckchen für bedürftige Mädchen und Jungen in Rumänien packt. „Das gehört für uns dazu wie Heiligabend, und wir können und möchten darauf nicht verzichten“, beton Bückmann, der dankbar ist, dass sich Ehrenamtliche für das Warendorfer Hilfsprojekt engagieren.

Seit vielen Jahren packt Martin Bückmann (r.) aus Ennigerloh zusammen mit seiner Familie sieben Pakete.Unterstützung seit vielen Jahren

„Die Qualität der Päckcheninhalte ist sehr gut“, freut sich Chmiel. Die Menschen aus Warendorf und Umgebung würden so selbstverständlich die Weihnachtspäckchen-Aktion „Ich schenk‘ dir meinen Stern“ unterstützen.

„Die Treue ist toll, viele sind seit mehr als zwei Jahrzehnten dabei. Auch Weggezogene schicken Pakete aus Berlin oder Hamburg.“ Eine treue Spenderin ist Anne Hitkämper. Die Rentnerin hat in ihrem Rollator Päckchen für Jungen und Mädchen zwischen vier und zehn Jahren verstaut. Martina Grundkötter und Tineke Albers halten Geschenke mit weihnachtlichen Motiven in der Hand. „Die Aktion ist so toll“, sind sie sich einig.

Zwei große Lastwagen haben sich gestern bereits voll gepackt auf den Weg nach Rumänien gemacht.Dank an ehrenamtliche Helfer

Die meisten Päckchen wurden in der Halle der „Aktion Kleiner Prinz“ am Hartsteinwerk abgegeben. Von dort aus haben sich die ersten beiden voll beladenen großen Lastwagen auf den Weg gemacht – mit etwa 9000 Paketen. „Am Mittwoch kommt noch ungeplant ein dritter LKW, um weitere rund 1000 Stück abzuholen“, sagt Marie-Luise Mönnigmann, die mit Ursula Vögler und Marion Schubert das fleißige Organisationsteam der Aktion bildet. „Die Halle war so was von voll“, freut sie sich über das bemerkenswerte Engagement der ehrenamtlichen Helfer und Spender, ohne die das Hilfsprojekt nicht funktionieren würde.

Über 377 Pakte aus Herzebrock-Clarholz freuen sich Jutta Fels (l.) und Marie-Luise Mönnigmann von der „Aktion Kleiner Prinz“.

„Heute kommen noch Lieferungen aus Münster, Lienen und Herzebrock-Clarholz“, weiß Marie-Luise Mönnigmann. In diesem Moment fährt ein weißer Transporter vor. „Wir haben 377 Pakete in Herzebrock-Clarholz gesammelt“, sagt Martin Habrock, der diese zusammen mit Alfred Wesche ausräumt.

Begegnungen mit Kindern sind prägend

Im vergangenen Jahr ist trotz Corona mit 12.000 die größte Anzahl an Paketen zusammengekommen. In diesem Jahr schätzt Mönnigmann etwa 10.000. Hinzu kommen haltbare Lebensmittelspenden für die Weihnachtsbäckerei von Edeka Buller, die bereits unterwegs nach Rumänien sind. Dr. Tim Schubert und Klaus Chmiel waren bereits vor Ort – die Begegnungen mit den Kindern prägen sie bis heute. „Man kann sich nicht vorstellen, wie dankbar die Kinder sind. Sie zittern vor Freude und lassen ihre Geschenke nicht mehr los.“ Daher sei ihr Engagement eine Herzensangelegenheit und selbstverständlich

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