Ausstellung befasst sich mit Romantik und Preußen


Im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf ist eine neue Ausstellung eröffnet worden. Sie eröffnet neue Perspektiven auf Preußen.

Das detailgetreue Modell der Marienburg ist ein Höhepunkt der Ausstellung, die noch bis zum 22. Februar im Westpreußischen Landesmuseums zu sehen ist. Foto: Baumjohann

Warendorf (bjo) - Romantik und Preußen: Auf den ersten Blick sind das Begriffe, die nicht wirklich zusammenzupassen scheinen. Das Gegenteil beweist die Ausstellung „Romantik in Preußen. Zwischen Königsberg, Marienburg, Berlin und Köln“, die am Donnerstag im Westpreußischen Landesmuseum eröffnet wurde.

Preußische Beamte und romantische Dichter

„E.T.A. Hoffmann und Joseph von Eichendorff waren preußische Beamte und romantische Dichter“, machte Professor Dr. Christofer Herrmann in seiner Einführung zur Ausstellung deutlich. Die Idealisierung der mittelalterlichen Vergangenheit, die wiederentdeckte Wertschätzung ihrer Zeugnisse wie Burgen und Kirchen und nicht zuletzt auch der Bauten der Backsteinarchitektur spielten auch in Preußen eine große Rolle, erinnerte Christofer Herrmann. „Ritter und Mönche werden die neuen Helden der romantischen Bewegung.“

Geschütztes Baumonument

Dazu gehört auch, dass sich das Bild der Deutschordensritter als „Urväter des Preußentums“ langsam durchsetzt. Passend dazu ist, dass das von König Friedrich Wilhelm III. gestiftete Eiserne Kreuz nach dem Vorbild des Deutschordenskreuzes gestaltet und die 50 Kilometer südöstlich von Danzig gelegene Marienburg als erstes preußisches Baumonument überhaupt förmlich unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Idealisierte Mittelaltervorstellungen

Als weitere Beispiele preußischer Romantik führte Prof. Dr. Christofer Herrmann die Sanierung von Burgen am Mittelrhein im Geiste idealisierter Mittelaltervorstellungen an. Die Burgen Rheinstein, Sonneck und Stolzenfels, bei deren Sanierung die Hohenzollern mitwirkten, seien Beispiele und entscheidende Impulse für die Romantisierung des Mittelrheins gewesen, so Herrmann: „Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren nahezu alle Burgen am Mittelrhein wieder aufgebaut“, verweist er auf zahlreiche Projekte von Privatleuten und Unternehmen, die dem Beispiel der Hohenzollern gefolgt waren.

Vollendung des Kölner Doms

Und nicht zuletzt sei auch die Vollendung des Kölner Doms eine Folge der romantischen Ideale, so Herrmann. Die Ausstellung „Romantik in Preußen“ ist noch bis zum 20. Februar im Westpreußischen Landesmuseum zu sehen. Am 17. Februar wird Professor Dr. Christofer Herrmann erneut nach Warendorf kommen, um ab 18 Uhr zur Domburg Marienwerder zu sprechen.

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