Einladung für internationale Special-Olympioniken?



Im übernächsten Jahr gilt es, in Deutschland Sportler aus aller Welt für vier Tage zu beherbergen. Die Verwaltung schlägt vor: Warendorf soll sich beteiligen.

Die Special Olympics kennen auch nationale Sommerspiele für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Das Foto zeigt die jubelnde Maja Dressler (links) von der Lebenshilfe Gifhorn bei der deutschen Special-Olympics-Auflage im Jahr 2018 in Kiel. Foto: dpa

Warendorf (gl) - Warendorf soll sich als Gastgeber („Host Town“) für ausländische Sportler bewerben, die im übernächsten Jahr als Teilnehmer der Special Olympics World Games nach Deutschland kommen. Das schlägt die Stadtverwaltung vor. Diskutiert wird die Idee am Dienstag, 14. September, im Sportausschuss.

Special Olympics World Games im Juni 2023

Die Special Olympics finden vom 17. bis 24. Juni 2023 in Berlin statt. Dort messen sich Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung aus aller Welt in Wettkämpfen. Erwartet werden etwa 7000 Sportler und Begleitpersonen aus 170 Nationen.

Das Konzept sieht vor, dass jedes Teilnehmerland vor dem Sportfest in einer deutschen Kommune zu Gast ist und der Delegation dort ein viertägiges Programm geboten wird. „Neben dem sportlichen Aspekt der Weltspiele sollen sich Menschen mit und ohne geistige Behinderung begegnen“, erläutert die Stadtverwaltung. In den Gastgeber-Städten soll „über ein sportliches und kulturelles Programm der inklusive Gedanken in die Bevölkerung getragen werden.“

30 bis 40 Gäste für vier Tage

Die Gruppen aus dem Ausland unterscheiden sich stark in ihrer Größe. Mal hat eine Delegation nur ein halbes Dutzend Mitglieder, mal handelt es sich um einige Hundert Menschen. Warendorf sollte nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung zum Gastgeber für ein Land mit 30 bis 40 Teilnehmern werden.

Das „Host Town“-Programm zu den Special Olympics in Berlin steht unter dem Titel „170 Nationen – 170 inklusive Kommunen“. Mit der Bewerbungsidee ist die Stadtverwaltung nicht allein. Die Ausschussvorlage nennt die Freckenhorster Werkstätten, die Lebenshilfe, die Heinrich-Tellen-Schule und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Partner. Sie haben eine Arbeitsgruppe gebildet, die unter anderem das notwendige Bewerbungsvideo vorbereiten will, wie Tobias Mörth von der Tellen-Schule sagt. „Weitere Kooperationspartner sollen nach einer erfolgreichen Bewerbung gefunden werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Kosten von 40.000 Euro

Die Kosten für Beherbergung und Rahmenprogramm beziffert die Verwaltung auf 40.000 Euro, die im städtischen Haushalt 2023 eingeplant werden müssten. Bei den Spielen in Berlin handelt es sich um die 16. Special Olympics. Deutschland ist zum ersten Mal das Gastgeberland.

Die Veranstaltung ist vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt. „Das Ziel ist es, als Inklusionsbewegung Menschen mit geistiger Behinderung zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen“, heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia. Der Sportausschuss kommt am 14. September um 17 Uhr zur öffentlichen Sitzung in der Gesamtschule, Von-Ketteler-Straße 34, zusammen.

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