FDP-Kaminfest in Warendorf: Handwerksbetriebe im Blick 


Mitunter fehlende Wertschätzung für Handwerk und Mittelstand hat Frank Tischner beim FDP-Kaminfest in Warendorf beklagt.

Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, und Heiner Kamp (v. l.) beim FDP-Kaminfest. Foto: Oliver Baumjohann

Warendorf (bjo) - 22 240 Angestellte, 1260 Auszubildende, 2,83 Milliarden Euro Umsatz: „Wenn das die Kennzahlen von zwei bis drei Konzernen wären, wissen Sie, wie dick der rote Teppich wäre, den man diesen Unternehmen ausrollen würde“, ist Frank Tischner überzeugt.

3370 Handwerksbetriebe im Kreis

Die Zahlen, die der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf beim traditionellen Kaminfest der Warendorfer FDP am Fettmarkt-Sonntag präsentierte, sind indes nicht die einzelner Großkonzerne, sondern die zusammengerechneten Zahlen aller 3370 Handwerksbetriebe im Kreis. Einen roten Teppich gibt es da eher selten. 

Mitunter fehlende Wertschätzung für Handwerk und Mittelstand war nur eins der Themen, die der Hauptgeschäftsführer in seinem Vortrag bei „Porten-Leve“ ansprach. „Unsere inhabergeführten Unternehmen stehen mit Gesicht, Person und nicht zuletzt oft auch dem Privatvermögen für sichere Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen. Sie übernehmen Verantwortung und sind tief in der Region verwurzelt.“ 

Mehr Ausbildungsverträge

Nachhaltigkeit bedeute für ihn auch Wissensweitergabe, Wissensvermittlung, Ausbildungsverantwortung und ehrenamtliches Engagement – im Handwerk und nicht zuletzt auch für die Vereine vor Ort, machte Tischner deutlich und präsentierte eine weitere Zahl: Neun Prozent mehr Ausbildungsverträge gebe es im Handwerk in diesem Jahr im Vergleich zu 2020. 

Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft forderte mehr Einsatz für Bildung. Es brauche mehre Freiräume, Autonomie und mehr selbstbestimmtes Handeln in den Schulen, ist Tischner überzeugt und warb vehement für eine größere Wertschätzung der dualen Berufsausbildung, auch im Vergleich zum Hochschulstudium. 

„Irrsinnige Akademisierungsquote“

„Wir rennen wie verrückt einer irrsinnigen Akademisierungsquote hinterher“, warnte er und betonte: „Wir brauchen beide Bildungswege. Wir brauchen sie gleichberechtigt.“ 

Von der Verwaltung erwartet Frank Tischner zukünftig mehr Flexibilität: „Wir lähmen uns mit Bürokratie, die bis zum Himmel stinkt.“ Niemand sei mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dass es auch anders gehen könne, machte Tischner mit Beispielen aus seinem Hause deutlich. 

Nachgeholte Gesellenprüfung

Eine aufgrund einer Corona-Quarantäne nachgeholte Gesellenprüfung ohne das genaue Schauen auf Ladungsfristen oder dergleichen: „Jeder, der wollte, hat seine Prüfung ablegen können“, sagt Tischner. Für den Vortrag dankte Heiner Kamp Hauptgeschäftsführer Tischner. 

In seinen Begrüßungsworten hatte der FDP-Vorsitzende den Blick auch gen Berlin gelenkt: Die „guten Sondierungen“ freuten ihn außerordentlich. „Die FDP ist wieder da, wo sie hingehört. Wir stehen in der Mitte der Gesellschaft.“

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.