Fettmarkt-Sonntag in Warendorf wieder verkaufsoffen?



In Warendorf soll es am 17. Oktober wieder einen verkaufsoffenen Sonntag geben - zum traditionsrechen Fettmarkt. So will es die Politik.  

Zu Fettmarkt 2021 soll es wieder einen verkaufsoffenen Sonntag in Warendorf geben. Das jedenfalls will die klare Mehrheit in der Politik. Ob die Gewerkschaft da mitspielt, bliebt fraglich. Foto: „Glocke“-Archiv

Warendorf (sbr) - „Wir werden als Fraktion unterschiedlich abstimmen“, sagte Jessica Wessels am Montag im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Die Ankündigung bezog sich auf den Erlass einer ordnungsbehördlichen Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen aus Anlass des Fettmarkt-Sonntags, 17. Oktober, in Warendorf. Aus ihrer Haltung machte die Fraktionssprecherin der Grünen keinen Hehl: „Ich persönlich halte nichts von verkaufsoffenen Sonntagen und vertrete da die Meinung der Gewerkschaft.“ 

Verdi spricht sich dagegen aus

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) äußert sich schriftlich wie folgt zum Sachverhalt: „Die Öffnung von Verkaufsstellen am Sonntag bedeutet für die Beschäftigen des Einzelhandels Sonntagsarbeit, sie können an diesen Sonntagen nichts mit ihren Freunden und Familien unternehmen, nicht am kulturellen und politischen Leben teilnehmen.“ Deswegen lehne sie verkaufsoffene Sonntage „aus grundsätzlichen Erwägungen heraus“ ab. Dem Interesse der Verkaufsstelleninhaber an einer Öffnung der Geschäfte messe sie grundsätzlich ein geringeres Gewicht bei.

In den vergangenen Jahren, zuletzt 2019, wurde die sonntägliche Öffnung von Verkaufsstellen in der Kernstadt durch den Erlass neuer ordnungsbehördlicher Verordnungen ermöglicht. 

Verwaltung sicher: Fettmarkt rechtfertigt Sonntagsöffnung

Zum Hintergrund: Der Landesgesetzgeber hatte im März 2018 eine Anpassung des Ladenöffnungsgesetzes vorgenommen. Demnach sind in einem Ortsteil bis zu acht verkaufsoffene Sonntage erlaubt, allerdings müssen sie aus einem besonderen Anlass (etwa Messe, Markt oder Veranstaltung) stattfinden oder aus einem anderen Grund besonders von öffentlichem Interesse sein. 

Aus Sicht der Verwaltung rechtfertigt der Fettmarkt-Sonntag die ausnahmsweise Erlaubnis zur Öffnung der Geschäfte. Seitens der Katholischen und der Evangelischen Kirchengemeinde bestehen keine Einwände. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßt die Öffnung „als wichtiges Instrument zur Profilbildung der Stadt und Möglichkeit für den stationären Einzelhandel, seine Leistungsfähigkeit und seinen Service zu präsentieren“. Von der Handwerkskammer gibt es keine Beanstandungen.

Grüne allein auf weiter Flur

Im Ausschuss wurden Wessels Vorbehalte kaum geteilt. Außer ihr stimmte lediglich Parteifreund Ralf Spiekermann gegen den Verwaltungsvorschlag. Der dritte Grüne im Bunde, Hubert Grobecker, enthielt sich. Die anderen Parteien stimmten geschlossen zu.

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