Haus der Familie: Ursula Pinnekamp verabschiedet


Sie verlässt ein gut bestelltes Haus, der Nachfolger ist eingearbeitet: Für Ursula Pinnekamp vom Haus der Familie beginnt der Ruhestand.

Ursula Pinnekamp erhielt von Pfarrer Peter Lenfers zum Abschied das Bild „Unterwegs“ von Alexa Engelkamp geschenkt. Foto: Baumjohann

Warendorf (bjo) - „Ich werde mein Team vermissen, mein Haus der Familie, mein Bildungsforum“, bekannte Ursula Pinnekamp in der Aula der Bischöflichen Realschule freimütig. Nach 34 Jahren als Leiterin des Hauses der Familie und 15 Jahren als Geschäftsführerin des Katholischen Bildungsforums im Kreisdekanat Warendorf wurde sie am Donnerstag von vielen Weggefährten in den Ruhestand verabschiedet.

Zeit des Aufbruchs

„Es war eine Zeit des Aufbruchs“, blickte Pinnekamp in ihren Abschiedsworten zurück auf ihre Anfänge im Haus der Familie. „Sie haben mit mir die Ärmel aufgekrempelt“, dankte sie allen, die einen Beitrag dazu geleistet hatten, aus einer eher kleinen Familienbildungsstätte eine stetig wachsende Bildungseinrichtung zu machen. Die enorme Nachfrage nach Eltern-Kind-Bildung, ein großer Teil des Angebots an dezentralen Orten und damit nah bei den Menschen, den Blick immer auch auf die Qualität der Arbeit: „Es war eine spannende Zeit, es war bereichernd und manchmal auch anstrengend. Eine Zeit, in der es sehr sehr viel mehr gute als schwierige Stunden gab. Dafür bin ich dankbar.“

„Eine Berufung gelebt“

Mit viel Applaus dankten die Festgäste Pinnekamp dafür, „eine Berufung gelebt“ zu haben, wie es Kreisdechant Peter Lenfers in seiner Rede formulierte. In den zwölf Jahren der Zusammenarbeit habe sich schnell eine von Sympathie getragene Vertrauensbasis gebildet, hätten viele wichtige Gespräche auch zwischen Tür und Angel stattgefunden, blickte Lenfers ganz persönlich zurück: „Du bist durchaus diskussionsfreudig und manchmal auch streitbar. Ich auch.“ Streit habe man aber immer nur wegen der Sache geführt – beispielsweise mit dem Generalvikariat des Bistums Münster für mehr Befugnisse des Trägervereins des Katholischen Bildungsforums mit seinem ehrenamtlichen Vorstand. Mit dem Bild „Unterwegs“ der Malerin Alexa Engelkamp dankte Lenfers für all das Engagement.

Gute Hilfe für junge Familien

Das Bild blieb nicht das einzige Geschenk, über das sich Pinnekamp freuen durfte. Und auch Dankesreden gab es noch einige. Die Stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser (CDU) erinnerte daran, dass die Familienbildungsangebote Ende der 1980er-Jahre „teilweise schon revolutionär“, aber eben auch eine gute Hilfe für junge Familien gewesen seien.

Blick zurück auf Karteikarten

Die Haus-der-Familie-Mitarbeiterin Ursula Klauß blickte zurück auf das frühere System zur Verwaltung der Kurse mit Karteikarten und die Entwicklung von anfänglich 6000 Unterrichtsstunden auf ein vielfaches heute. „Familien- und Erwachsenenbildung sei nicht nur Pinnekamps Beruf, sondern ein Großteil ihres Lebens gewesen.

Für das Bistum Münster dankte Dr. Birgit Marx der scheidenden Ursula Pinnekamp „demütig und herzlich für mehr als ein halbes Leben für die Bildung und für die katholische Bildungsarbeit“. Sie betonte: „Ihr Engagement ist sympathisch und ansteckend.“

„Wundervolle Arbeit“

Das unterstrich auch Kreis-Jugendamtsleiterin Anke Fröhlich: „Danke für Ihre wundervolle Arbeit, die Sie für und mit Familien im Kreis Warendorf getan haben.“ Die ist noch nicht zu Ende, Ursula Pinnekamp bleibt beispielsweise Mitglied im Kreisausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien.

Vor allem aber freut sie sich ungemein auf mehr Zeit: „Ich mache eine Tür zu und freue mich auf das, was hinter den neu zu öffnenden Türen zu erwarten ist.“

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