Hof Lohmann bekommt Sonnenstrom vom Dach der Reithalle


Die Freckenhorster Werkstätten stellen die Energieversorgung auf dem Hof Lohmann um und setzen künftig auf Solarstrom.

Den „Blue Dolphin Award“ für die Verwirklichung des energieeffizienten Umrüstungsprojekts nahmen (v. l.) Georg Schwake und Geschäftsführer Antonius Wolters von den Freckenhorster Werkstätten von Marco van der Meer vom Düsseldorfer Unternehmen Meerx entgegen.

Freckenhorst (gl) - Der Hof Lohmann, ein Projekt der Freckenhorster Werkstätten, stellt auf Photovoltaik um und nutzt das Hallendach der Reitanlage, um zukünftig jährlich 128 000 Kilowattstunden Sonnenstrom zu gewinnen. Die Anlage ermöglicht die Einsparung von 77 Tonnen CO2 – ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Münsterländer Parklandschaft, wie die Verantwortlichen mitteilen. 

Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderungen

Im Jahre 2000 hat der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf den Hof Lohmann erworben und ihn den Freckenhorster Werkstätten übergaben, sodass dort ein Wohn- und Arbeitsbereich für Menschen mit Behinderungen entstehen konnte. Der Hof bietet Arbeit und therapeutische Begleitung, er ist aber auch ein Ort der Begegnung und der Kommunikation. Derzeit sind dort 65 Betreuer und Therapeuten beschäftigt. 

Aktiv für den Naturschutz

Außergewöhnlich am Hof Lohmann ist aber nicht nur seine Widmung, sondern auch seine besondere Lage inmitten der Münsterländer Parklandschaft. Feldgehölze, Obstwiesen, Alleen, Wälder oder kleine Bauernwäldchen kennzeichnen diese Landschaft und sorgen für eine große Vielfalt an Lebensräumen, in denen auch rar gewordenen Tiere wie Steinkauz oder Neuntöter brüten. „Die Freckenhorster Werkstätten sind sich ihrer Verantwortung für den Schutz dieser fragilen Lebensräume bewusst und setzen sich aktiv für den Naturschutz ein“, heißt es.

60 Prozent des Stroms selbst verbrauchen

Aktuelles Beispiel: die Umrüstung der Energieversorgung auf Photovoltaik. „Das Dach der Reitanlage war ideal, um es für Photovoltaik zu nutzen. Dank der neuen Anlage können wir nun jährlich 128 000 Kilowattstunden Strom produzieren“, sagt Geschäftsführer Antonius Wolters. Das entspreche dem Jahresverbrauch von 32 Haushalten mit je vier Personen. „Wir verbrauchen 60 Prozent des produzierten Stroms, den Rest speisen wir ins Netz zurück“, so Wolters. Die Umstellung sei deshalb auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Vor allem aber sei es ein Beitrag der Werkstätten zum Schutz der Lebensräume im Münsterland. 

Energieeffizienz steigt

Umsetzungspartner bei der Konzeption und Installation der neuen Anlage war das Düsseldorfer Unternehmen Meerx, das auf die Steigerung der Energieeffizienz in Mittelstandsunternehmen spezialisiert ist. Geschäftsführer Marco van der Meer: „Durch Umrüstungen von Altanlagen auf modernste Technologien werden nicht nur umweltbelastende Stromfresser aus dem Verkehr gezogen, es können auch digitale Überwachungssysteme eingebaut werden, die den Energieverbrauch laufend kontrollieren. So stellt man sicher, dass dem Unternehmen und der Umwelt nachhaltig gedient ist. Dank der neuen Anlage vermeiden die Freckenhorster Werkstätten jährlich rund 77 Tonnen CO2.“

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.