Keine Panik – aber vorbereitet auf den Ernstfall


Gasmangel und die Gefahr eines größeren Stromausfalls haben die Verwaltungen im Kreis Warendorf dazu bewogen, Vorkehrungen zu treffen.

Erläuterten Maßnahmen für den Fall, dass flächendeckend der Strom längerfristig ausfällt: (v l.) der Sprecher der Bürgermeister, Dr. Alexander Berger (Ahlen), Landrat Dr. Olaf Gericke, Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann, Ordnungsdezernentin Petra Schreier und der Technik-Chef im Kreishaus, Bernhard Gröpper. ´

Kreis Warendorf / Warendorf (hjk) - „Keine Panik“ – wenn man gut vorbereitet ist, braucht es die nämlich nicht. Und so sieht sich auch der Kreis Warendorf als Schaltzentrale im Krisenfall gut gerüstet. Landrat Dr. Olaf Gericke empfiehlt aber auch den Bürgern, sich für den Notfall auszustatten.

Viele Szenarien

Kein Strom, kein Gas, kein Wasser – der Krisenstab des Kreises hat in den vergangene Monaten viele Szenarien durchgespielt – und an der einen oder anderen Stelle nachgebessert. So wurden unter anderem weitere Notstromaggregate angeschafft und Verträge mit lokalen Versorgern unter anderem für die Bereitstellung von 100.000 Litern leichtem Heizöl geschlossen. Dabei musste darauf geachtet werden, dass besagte Tankstellen selbst über Notstromapparate verfügen, die Pumpen und letztlich Fahrzeuge am Laufen halten.

Die Gaskrise kann auch zu größeren Stromausfällen führen – sie muss es aber nicht. In jedem Fall allerdings müssen Verwaltung und Ordnungskräfte funktionieren, wobei Kreis und Kommunen sich abstimmen und kooperieren, wie der Sprecher der Bürgermeister, Dr. Alexander Berger, am Donnerstag bei einem Pressegespräch betonte. 

Leuchttürme für Hilfesuchende

Im Gespräch seien die Einrichtungen von Wärme- und Versorgungspunkten für die Bevölkerung. Geschaffen werden sollen zudem so genannte Leuchttürme, also Orte, an denen Menschen, die akut Hilfe benötigen, Ansprechpartner finden. Zudem plant Ordnungsdezernentin Petra Schreier Faltblätter, die auch auf der Internetseite des Kreises abgebildet sind – mit dem Hinweis: „Drucken Sie es aus.“ Denn ohne Strom gibt es auch kein Internet mehr.

„Wir können nicht für jeden alles lösen“, bittet Landrat Dr. Olaf Gericke die Bevölkerung im Kreis Warendorf darum, sich auch selbst auf ein mögliches Krisenszenario vorzubereiten. Er verweist auf eine Broschüre des Bundesamts für Bevölkerungsschutz, die unter anderem eine Checkliste enthält, was in jedem Haushalt im Ernstfall vorrätig sein sollte. „Das ist eine sehr übersichtliche Checkliste, an der man sich orientieren kann“, erklärt der Landrat. 

Wasservorräte

So sei unter anderem ein Wasser- und Lebensmittelvorrat für zehn Tage anzulegen. Bei einem Bedarf von zwei Litern pro Tag kommt man auf 20 Liter pro Person, die in Reserve sein sollten. Auf der Checkliste stehen auch Mittel aus der Hausapotheke, Hygieneartikel, Kerzen für den Stromausfall, Batterien und ein kleines Radio, das mit diesen betrieben werden kann, um sich über die neuesten Entwicklungen informieren zu können. Die Broschüre wird im Kreis Warendorf ausgelegt und kann kostenfrei mitgenommen werden. (Die Checkliste gibt es auch unter www.bbk.bund.de). Weitere Hinweise zur Vorkehrungen gibt es hier.

Kein Holzkohlegrill in der Wohnung

Es gibt aber auch Dinge, die man auf keinen Fall tun sollte, wenn die Heizung kalt bleibt. „Niemals einen Grill, auf dem Kohle glüht, in die Wohnung stellen“, verweist Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann auf dramatische Folgen durch eine Kohlenmonoxidvergiftung. Nicht für jeden Haushalt macht ein Notstromaggregat Sinn (damit würde es schon technisch schwierig, einen Herd zu betreiben).

Allerdings, darauf verweist Ordnungsdezernentin Petra Schreier, sollten sich Angehörige von Beatmungspatienten die Anschaffung eines solchen Geräts überlegen, da ungewiss sei, ob all diese Menschen rechtzeitig in Krankenhäuser gebracht werden könnten. Mit Aggregaten ist es zumindest möglich, die Akkus für die Beatmungsgeräte aufzuladen. 

Nur in Ahlen wird Wasser nicht knapp

Allein in der Stadt Ahlen wird es voraussichtlich keine Wasserknappheit geben, selbst wenn der Strom ausfällt. Darauf machte Ahlens Bürgermeister Dr. Alexander Berger aufmerksam. Ahlen liegt so günstig zu seinem Wasserversorger, dass immer genügend Druck auf den Leitungen ist. Um Energie einzusparen, werden zwischen Weihnachten und Neujahr die Verwaltungen im Kreis und den Kommunen geschlossen bleiben. Allein die Zulassungsstelle in Beckum wird geöffnet bleiben.

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