Milter Grundstücke erhalten Anschluss ans Kanalnetz


Der Anschlusszwang schlägt zu: Deshalb stehen in Milte Kanalbauarbeiten an. Warum sie sinnvoll sind, erläutert der Abwasserbetrieb.

Das geklärte Abwasser wird in der Kläranlage Neuwarendorf in die Ems eingeleitet. Die Zentralkläranlage reinigt Wasser mit besseren Resultaten als jede Kleinkläranlage. Archivfoto: Zumbusch

Milte (gl) - Der Ausschuss des Abwasserbetriebs Warendorf hat im nicht öffentlichen Teil den Bauauftrag für die Verlegung eines Mischwasserkanals im Kreuzungspunkt von Telgter Landstraße und Ostbeverner Straße vergeben. Mit der Maßnahme, bei der es um rund 80 Meter Kanal geht, erhalten drei Grundstücke im Innenbereich einen direkten Kanalanschluss, was laut Abwasserbetrieb auch so in der Entwässerungssatzung vorgeschrieben ist.

Neubau eines Mischwasserkanals

„Alle Grundstücke innerorts müssen am Kanalnetz angeschlossen werden“, so der Planer und Bauleiter für das Projekt im Abwasserbetrieb Warendorf, Christian Schlingmann. Bislang wurden die Grundstücke im Baubereich über dritte Grundstücke entwässert. Dies soll sich nun durch den Neubau des Mischwasserkanals ändern. Zusätzlich wird ein Grundstück im Außenbereich angeschlossen, das derzeit noch eine Kleinkläranlage betreibt.

Über den Anschlusszwang hinaus hat die Maßnahme laut Abwasserbetrieb auch ökologische Vorteile. „Jede Kleinkläranlage, auf die wir zukünftig verzichten können, dient dem Umwelt- und besonders den Gewässerschutz“, erklärt Schlingmann weiter. „Die Reinigungsleistung einer Zentralkläranlage leistet mehr als eine Kleinkläranlage, die im Grunde ja laut Gesetzgeber auch nur als ein Provisorium gilt.“

Start an der Ostbeverner Straße

Um dies zu realisieren, wird am vorhandenen Mischwasserschacht im Gehweg vor dem Grundstück Ostbeverner Straße 19 der Kanalbau gestartet. Nach rund 20 Metern knickt der Kanal in die Telgter Landstraße ab. Dort müssen dann noch weitere 60 Meter Kanal verlegt werden.

Verbaut wird nach Angaben des Abwasserbetriebs ein Kanalrohr aus PE-HD mit einem Innendurchmesser von 30 Zentimetern. Das PE-HD-Rohr ist ein biegeweiches Kunststoffrohr aus Polyethylen. Dieses Material setzt der Abwasserbetrieb stets bei Neubauten von Schmutz- und Mischwasserkanälen im Stadtgebiet Warendorf ein, da es sehr langlebig und stabil ist. „Einmal richtig verlegt, ist es dauerhaft dicht“, heißt es.

Recycelbares Material

Dem Abwasserbetrieb ist nach eigenen Angaben auch das Thema Nachhaltigkeit wichtig. „Für den Fall eines Austausches ist dieses Rohrmaterial im Gegensatz zu anderen ohne Probleme recycelbar“, weiß Betriebsleiter Thomas Meier. Durch die Langlebigkeit und die Nachhaltigkeit sei Polyethylen somit nicht nur finanziell ein Vorteil.

Der neue Mischwasserkanal wird in der rechten Fahrbahnhälfte (von Einen aus kommend) in der Telgter Landstraße verlegt. Um die Kanalbaumaßnahme durchzuführen, ist es erforderlich, die rechte Fahrbahnhälfte der Telgter Landstraße und einen Teil des Kreuzungsbereichs während der gesamten Bauzeit zu sperren. Damit die Kreuzung weiter durchfahren werden kann, wird der gesamte Verkehr im Baustellenbereich mittels einer Ampelanlage geregelt. Die Anlage wird 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen in der Woche über die gesamte Bauzeit in Betrieb sein.

Offene Bauweise

Der Asphalt wird zunächst im Bereich des neuen Mischwasserkanals vollständig entfernt. Anschließend wird der neue Kanal in offener Bauweise eingebaut. Erst nach Fertigstellung der Kanalbauarbeiten wird die Fahrbahn- und Gehwegoberfläche wiederhergestellt.

Beginn verzögert sich

Der ursprünglich Zeitplan sah vor, mit den voraussichtlich acht Wochen andauernden Arbeiten im Sommer zu starten. Das hat sich jetzt nach hinten verschoben. Voraussichtlich im Oktober soll laut Abwasserbetrieb der neue Kanal nun angegangen werden.

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