Mord in Warendorf: Tatverdächtiger in Spanien verhaftet



Der tatverdächtige Ennigerloher (30), der eine 21-jährige Warendorferin in ihrer Wohnung ermordet haben soll, ist in Spanien gefasst worden.

Der Tatverdächtige aus Ennigerloh, der die 21-jährige Warendorferin am Mittwoch in ihrer Wohnung getötet haben soll, ist am Dienstag in Spanien festgenommen worden. Vor der Wohnung am Grabbehof in Warendorf, wo das Verbrechen geschah,  haben Trauernde Blumen und Kerzen abgelegt. Foto: Tenbrock

Warendorf/Ennigerloh/Münster/Madrid (pw) - Nach dem gewaltsamen Tod der 21-jährigen Warendorferin hat die spanische Polizei den mit internationalem Haftbefehl gesuchten 30-jährigen Tatverdächtigen aus Ennigerloh bei Madrid festgenommen. Das haben die Staatsanwaltschaft Münster und die Polizei Warendorf und Münster am Dienstagmittag in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgegeben.

Europaweite Fahndung hat Erfolg

Umfangreiche Ermittlungen der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Frank Schneemann hätten auf die Spur des 30-jährigen Tatverdächtigen geführt, heißt es in der Presseerklärung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster hatte ein Richter am Sonntagabend Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes, der Vergewaltigung und des Raubes mit Todesfolge gegen den 30-jährigen Mann erlassen („Die Glocke“ berichtete). Der Tatverdächtige war europaweit zur Fahndung ausgeschrieben.

Auf Autobahn bei Madrid erwischt

Eine Zielfahndungseinheit der Nationalpolizei in Spanien nahm den 30-Jährigen am Dienstagmittag (13.05 Uhr) auf der Autobahn kurz vor Madrid fest. „Der Beschuldigte hat sich von den spanischen Behörden widerstandslos festnehmen lassen“, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt und erläuterte die weitere Verfahrensweise. „Wir werden nun die Auslieferung des 30-jährigen Mannes beantragen.“

Spurenlage verrät den  Tatverlauf

Wie berichtet, war die junge Frau am Mittwoch in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden, nachdem sie nicht zur Arbeit erschienen war und sich Kollegen Sorgen gemacht hatten. In ihrer Wohnung am Grabbehof wurde der leblose Körper dann gefunden. Die Spurenlage hatte ergeben, dass der Täter die Frau am frühen Mittwochmorgen an ihrem Wohnsitz in Warendorf abgefangen, mit einem Messer bedroht und verletzt und in der Wohnung vergewaltigt hatte. Danach hatte er sein Opfer erwürgt. Portmonee, Handy und ein Kleidungsstück entsorgte er an einem Baggersee in Ennigerloh. Mit der Scheckkarte der Getöteten hob er Bargeld ab und setzte seine Flucht fort.

Verdächtiger flieht aus Ennigerloh

Zwar führten die Ermittlungen schnell auf die Spur des Tatverdächtigen, einen 30-jährigen Ennigerloher, der früher Arbeitskollegen der Getöteten gewesen sein soll. Doch tauchte er an seinem Wohnsitz, wo auch eine Durchsuchung stattfand und mehrfach Streifenwagen vorfuhren, nicht mehr auf. Weil es Hinweise gab, dass er sich ins Ausland abgesetzt haben könnte, wurde die internationale Fahndung ausgelöst, die am Dienstag zum Erfolg führte.

Viele Einträge auf Kondolenzseite 

In Warendorf und Umgebung wird um die 21-Jährige getrauert. Eine beispiellose Zahl an Kondolenzbekundungen findet sich auf einer Gedenkseite für die Getötete auf der Internetseite eines Warendorfer Bestattungsunternehmens. Am Dienstag, am Tag der Festnahme des mutmaßlichen Peinigers, sind es annähernd 500 Einträge, die der betroffenen Familie Trost spenden sollten.

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