Müssen i-Männchen aus Einen in Milte zur Schule gehen?



In Milte und Einen werden zum kommenden Schuljahr nur wenige Schulanfänger erwartet. Das könnte zu Problemen führen.

Gibt es am Grundschulstandort in Einen im kommenden Schuljahr keine Erstklässler? Bisher sind die Schülerzahlen zu gering. Foto: Ossege-Fischer

Milte / Einen-Müssingen (sbr) - Eine Information von Udo Gohl hat Besorgnis im Kultur- und Schulausschuss der Stadt Warendorf ausgelöst. Der Leiter des Sachgebiets Schule, Jugend und Sport referierte über die zu erwartenden Zahlen für die im November startende Anmeldung an den Grundschulen. Demzufolge ist im Orteilteil Milte derzeit nur mit 14 Schulanfängern zu rechnen. In Einen-Müssingen sieht es ähnlich aus: Nach aktuellem Stand kämen dort 13, eventuell 14 Kinder in die erste Klasse. 

Mindestklassengröße nicht erreicht

Das Problem: Bliebe es bei diesen Werten, könnte an der Wilhelm-Achtermann-Schule, dem Grundschulverbund Milte-Einen, nicht an beiden Standorten eine erste Klasse gebildet werden, da die vom Land NRW vorgegebene Mindestgröße bei 15 Schülerinnen und Schülern pro Klasse liegt. Die Kinder aus Einen und Müssingen müssten folglich in Milte zur Schule gehen. „So ist die Situation, die wir offen kommunizieren und diskutieren müssen, damit auch die Eltern Bescheid wissen“, sagte Gohl. 

Ausnahmeantrag bei Bezirksregierung stellen

Das aus Einen-Müssingen stammende Ausschussmitglied Mechtildis Wissmann zeigte sich angesichts der Prognose alles andere als amüsiert und warf die Frage auf, ob ein Ausnahmeantrag gestellt werden könne.

Gohl antwortete der Christdemokratin, indem er auf die seines Erachtens nicht vorhandene Erfolgsaussicht verwies. Eine Ablehnung seitens der Bezirksregierung Münster sei „in Stein gemeißelt“. Die Reaktion besänftigte Wissmann nicht. Sie machte deutlich, dass sie „fest entschlossen“ sei, diesen Weg zu gehen, zumal die Bezirksregierung geäußert habe, ländliche Schulen stärken zu wollen. 

Anmeldezahlen könnten sich noch ändern

Auf Anfrage der „Glocke“ machte der Erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann darauf aufmerksam, dass es Faktoren gebe, die die Anmeldezahlen noch verändern könnten. Man werfe die Flinte nicht ins Korn. „Es kann sein, dass auf den letzten Metern noch Dynamik reinkommt“, sagte Thormann. Udo Gohl hatte in der Ausschusssitzung darauf hingewiesen, dass es unter Umständen Eltern aus Warendorf oder Sassenberg gebe, die eine kleine Klassengröße für ihr Kind schätzten und es deshalb an der Verbundschule Milte-Einen anmelden wollten. Thormann ergänzte, dass die Grundschulleitungen in stetigem Kontakt stünden. 

Schwacher Jahrgang ist nur eine „Delle“

Gohl zufolge werden im Stadtgebiet insgesamt zirka 300 Kinder für das nächste Schuljahr angemeldet. Das sei ein schwächerer Jahrgang, aber nur eine Delle: In den nächsten Jahren gehe die Zahl wieder nach oben.

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