Mutmaßlicher Mörder der Warendorferin wird ausgeliefert



Kommende Woche wird der mutmaßliche Mörder der Warendorferin (21), ein Ennigerloher, der in Madrid gefasst wurde, nach Deutschland geholt.

Tiefe Trauer herrscht in Warendorf über den gewaltsamen Tod der 21-Jährigen, vor deren Wohnung am Grabbehof Blumen und Kerzen platziert worden. Ihr mutmaßlicher Mörder aus Ennigerloh, der bis Madrid geflohen war, soll kommende Woche ausgeliefert werden. Foto: Tenbrock

Warendorf / Münster / Madrid (pw) - Der 30-jährige Mann aus Ennigerloh, der tatverdächtig ist, eine 21-jährige Warendorferin am 9. November in ihrer Wohnung ermordet zu haben, wird in der kommenden Woche nach Deutschland ausgeliefert. 

Zeitfenster bis nächsten Freitag

Wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt (Münster) der „Glocke“ am Freitag bestätigte, ist die Auslieferung von den spanischen Behörden bewilligt worden. Die Polizei in Münster sei jetzt damit befasst, die Rückholung des Geflüchteten zu organisieren. Bis spätestens Freitag kommender Woche (2. Dezember), so die Bestimmungen, müsse der mutmaßliche Täter in Madrid abgeholt worden sein.

Polizisten holen Beschuldigten ab

Voraussichtlich werden Polizeibeamte aus Münster nach Madrid fliegen, um den dringend Tatverdächtigen aus der Haft abzuholen und nach Münster begleiten. Dem Beschuldigten wird in Deutschland die Gelegenheit gegeben, sich auch unter anwaltlicher Beratung zu der ihm zur Last gelegten Tat zu äußern. Da er mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war, ist damit zu rechnen, dass er zunächst in Untersuchungshaft kommt.

Beweismittel werden mitgebracht

Botzenhardt geht davon aus, dass die spanischen Kollegen alle im Auto des Beschuldigten sichergestellten Gegenstände als Beweismittel den deutschen Polizisten mitgeben werden. Ob es sich bei dem im Dacia Duster gefundenen Messer um dasjenige handelt, das der Beschuldigte bei der Tat benutzt haben soll, um sein Opfer in die Wohnung zurückzudrängen, ließ Botzenhardt auf „Glocke“-Nachfrage offen. 

Handybotschaft kein „Geständnis“

Auch habe er offiziell keine Kenntnis davon, dass der Beschuldigte laut einer Medienmitteilung der spanischen Ermittlungsbehörden gegenüber seiner Familie und einer Bekannten die Tat eingeräumt haben soll. Im juristischen Sinne wäre das auch kein „Geständnis“, so Botzenhardt. Entscheidend sei, wie sich der Beschuldigte gegenüber den Strafverfolgungsbehörden äußert. Würde er die Aussage verweigern, könnten aber auch Äußerungen, die per Telefon oder Video aufgezeichnet wurden, als Beweismittel infrage kommen, so der Oberstaatsanwalt.

Schwere Anschuldigungen erhoben

Unter großer Anteilnahme ist die am 9. November in ihrer Wohnung in Warendorf ermordete 21-Jährige auf dem Harsewinkeler Friedhof beigesetzt worden. Das Grab, an dem ein schlichtes weißes Holzkreuz steht, war mit Kränzen und Blumen überhäuft. Auch rosafarbene Luftballons erinnerten dort an die ehemalige Schülerin des Gymnasiums Laurentianum. Foto: Robert Becker

Wie berichtet, war die junge Warendorferin, die am Donnerstag voriger Woche unter großer Anteilnahme auf dem Friedhof in Harsewinkel beigesetzt wurde,  am 9. November frühmorgens von ihrem Mörder überfallen, vergewaltigt und erwürgt worden. Da der Täter persönliche Gegenstände und Geld mitnahm sowie mit ihrer Scheckkarte Geld von ihrem Konto abhob, wird ihm zusätzlich Raub mit Todesfolge vorgeworfen.

Nach dem tatverdächtigen Ennigerloher, einem früheren Kollegen der Ermordeten, war europaweit gefahndet worden.  Am 15. November war er von Zielfahndern auf der Autobahn kurz vor Madrid festgenommen worden. Er habe keinen Widerstand geleistet, teilten die spanischen Behörden mit. Einem  verkürzten Verfahren zur Auslieferung soll er zugestimmt haben.

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