Petition aus Warendorf für beitragsfreie Kitas



Wer soll für Kitas zahlen? Kristin Wingeyer findet: alle, nicht nur die Eltern. Sie möchte Beitragsfreiheit für Kita und OGS.

Wer soll Kitas bezahlen? Die Eltern oder die ganze Gesellschaft? Diese grundsätzliche Frage steht hinter einer Petition, die eine Mutter aus Warendorf gestartet hat. Ihr Ziel: komplette Beitragsfreiheit.

Warendorf (fen) - Mietsteigerungen, unbezahlbare Häuser, hohe Spritkosten und eine Inflation von über sieben Prozent: „Der Kostendruck auf Familien ist enorm“, sagt Kristin Wingeyer. Die Warendorferin fordert: Familien müssen entlastet werden, und zwar jetzt. Sie wünscht sich beitragsfreie Kitas, Kindertagespflege und OGS. 

Dafür hat die 39-jährige Mutter die Petition „Familien entlasten – beitragsfreie Kinderbetreuung“ auf der Plattform Openpetition gestartet, die bis Freitag schon von zirka 1400 Unterstützern unterschrieben wurde. 

„Frühkindliche Bildung ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

Ebenso trug sie mit Mitstreiterin Katharina Fournier ihr Anliegen am Donnerstag in der Ratssitzung vor. Denn die Petition richtet sich sowohl an die Stadt als auch an den Kreis Warendorf. 

„Die frühkindliche Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betont Wingeyer. Schließlich profitierten Kinder davon und damit alle. Grundsätzlich: „Das Thema ist uferlos“, sagt sie, denn es ist verbunden mit zahlreichen anderen gesellschaftlichen Themen. Beispielsweise arbeitet sie selbst weniger, als sie wollte, da die Kitagebühren so hoch sind. Und dies treffe vor allem auf viele andere Mütter ebenso zu. Viele davon arbeiteten im Gesundheitsbereich, also in Berufen, in denen Fachkräftemangel herrsche, sagt Wingeyer. 

1,75 Millionen Euro Mehrkosten für Warendorf 

Die erneuerte Gebührentabelle des Kreises hält sie nicht für gerecht. Beispielsweise berücksichtige diese nur das Bruttoeinkommen, nicht aber die Ausgaben. Eltern zahlten bis zu 700 Euro im Monat. In anderen Städten in NRW herrsche dagegen bereits Beitragsfreiheit. 

Nach Auskunft von Kreis-Pressesprecher Felix Höltmann müsste die Stadt Warendorf 1,75 Millionen Euro zusätzlich über die Jugendamts-Umlage zahlen, wenn die Kitas beitragsfrei wären. Auf sieben Millionen Euro summieren sich die Elternbeiträge im Bereich des Kreisjugendamts – zum Vergleich: Der Kreis-Haushalt hat ein Volumen von 480 Millionen Euro. „Die Kita-Beiträge könnte nur der Kreistag abschaffen, die OGS wäre Sache der Stadt“, betont er. 

Initiative über Soziale Netzwerke

Wingeyer hat nicht nur die Petition gestartet, sondern auch eine

Die Initiative auf Instagram:  @kitarevolutionwarendorf

Whatsapp-Gruppe gegründet, in der bereits mehr als 50 Eltern aus 22 Warendorfer Kitas Mitglied sind. Ein Kern von zehn bis 15 Aktiven stelle weitere Aktionen auf die Beine, berichtet die Warendorferin. Sie hängen Aushänge auf oder füllen ein Instagram-Profil mit Inhalt. Und am Montag hat Kristin Wingeyer ein Gespräch mit Bürgermeister Peter Horstmann.

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