Pfarrei Milte: Vorwurf des sexuellen Missbrauchs


Ein Pfarrer, der von 1970 bis 1984 in Milte tätig war, soll sich während dieser Zeit des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben.

Während seiner Zeit in der ehemaligen Pfarrei St. Johannes der Täufer in Milte soll der Priester sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben. 

Milte (gl) - Ein Hinweis auf den sexuellen Missbrauch durch einen Priester, der von 1970 bis 1984 in Milte eingesetzt war, liegt dem Bistum seit 2020 vor. Jetzt sei der Hinweis an den aktuellen Pfarrer der Pfarrgemeinde, Rainer Hermes, weitergegeben worden, teilt das Bistum Münster mit.

Information 2020 nicht an Pfarrei weitergeleitet

Ein erster anonymer Hinweise hatte sich laut Bistum auf das Jahr 1934 bezogen, als der Beschuldigte in Münster-Handorf tätig war. Dieser Fall sei dem Bistum seit 2014 bekannt, die damals betroffene Person habe seinerzeit eine Anerkennungszahlung erhalten. 

Ein zweiter Hinweis betrifft nun den Zeitraum, als der Beschuldigte Pfarrer in der ehemaligen Pfarrei St. Johannes der Täufer in Milte (1970 bis 1984) war. Die entsprechende Meldung liegt dem Bistum seit 2020 vor. Eine Information wurde aber seinerzeit nicht an die Pfarrei weitergeleitet.

Nach Veranstaltung in Freckenhorst Gemeinde informiert

Die Hinweise zu diesem Vorgang erreichten Hermes im Nachgang zu einer Informationsveranstaltung in der Landvolkshochschule in Freckenhorst. Dort hatte Professor Dr. Thomas Großbölting die durch die Universität Münster durchgeführte Studie zum sexuellen Missbrauch im Bistum Münster und deren Ergebnisse vorgestellt. 

Großbölting gehört zum fünfköpfigen Forschungsteam, das die Studie über mehrere Jahre erstellt hat. Nach Rücksprache mit dem Interventionsbeauftragten des Bistums Münster, Peter Frings, wurde kurz darauf das Leitungsteam des Pfarreirates über die Vorwürfe informiert. Dieses verständigte sich in Absprache mit dem Bistum darauf, die Gemeinde mit einer Mitteilung im Pfarrbrief darüber zu informieren. Das Magazin wird in diesen Tagen an alle Haushalte verteilt.

Ab 1941 Vikar in St. Marien Warendorf

Der betreffende Pfarrer wurde 1933 zum Priester geweiht, wie das Bistum weiter informiert. Nach einer dreimonatigen Zeit als Kooperator in Münster-Handorf war er ab 1934 Kaplan in Emsdetten, St. Pankratius, und ab 1941 Vikar in Warendorf, St. Marien. 1951 wurde er zunächst Kaplan, dann Pastor in Duisburg. 1956 wurde er zum Pfarrer von Herten, St. Antonius, ernannt, und 1961 zum Kreisdechanten im Kreis Recklinghausen Land. Nichtresidierender Domkapitular wurde der 1964. Nachdem er seinen Verzicht auf die Pfarrstelle in Herten erklärt hatte, wurde er 1970 Pfarrer in Milte. 1984 ging er in den Ruhestand, 1995 starb er in Münster.

Ansprechpartner für Betroffene

Sollte es weitere Betroffene von sexueller Gewalt durch den Geistlichen geben, bittet das Bistum diese, sich bei den Ansprechpersonen für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs zu melden. Kontakt: Hildegard Frieling-Heipel: 0173/1643969; Margret Nemann: 0152 57638541; Bardo Schaffner: 0151-43816695. Die Ansprechpartner seien unabhängig vom Bistum tätig und zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Sie geben Informationen nur mit dem Einverständnis der Betroffenen weiter.

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