Regisseur von „Akte Münsterlandmörder“ in Warendorf


Der Regisseur des Doku-Dramas „Akte Münsterlandmörder“, Detlef Muckel,  war bei der Filmvorführung im Warendorfer Scala persönlich zu Gast.

Präsentierten den neuen Film „Akte Münsterlandmörder“: (v. l.) Regisseur Detlev Muckel mit dem Warendorfer Kinobetreiber Johannes Austermann. Foto: Scala

Warendorf (zml) - Im Film „Akte Münsterlandmörder“ wird das Schicksal von vier Frauen vorgestellt, die in den 1970er-Jahren auf grausame Weise den Tod gefunden haben. Der Mörder ist bis heute nicht gefunden worden. Aber durch die Dreharbeiten sind neue Erkenntnisse ans Licht gekommen. Am Dienstagabend war Regisseur Detlef Muckel im Warendorfer „Scala“ zu Gast.

Regisseur ist „Herzstück“ des Films

Mit seinem Film über die Akte Münsterlandmörder erregt Regisseur Detlef Muckel zurzeit Aufsehen. Der Film regt zum Nachdenken und Innehalten an. Er behandelt ein ernstes Thema. Am Dienstagabend war zur Vorführung des Doku-Dramas im Scala Regisseur Detlef Muckel persönlich anwesend. Der Film ist frisch in die Kinos gestartet und wird bisher nur regional im Münsterland gezeigt. Scala-Inhaber Johannes Austermann freut sich, dass Muckel sich aus Anlass der Vorführung in Warendorf die Zeit für ein Publikumsgespräch genommen hat: „Es ist immer eine ganz besondere Situation, wenn man mit dem Herzstück eines Filmes sprechen kann – dem Regisseur“.

Den ermordeten ein Denkmal setzen

Muckel ist es wichtig, dass durch den Film den vier ermordeten Frauen ein Denkmal gesetzt wird. „Ich bin sicher, dass niemand mehr das Schicksal der Frauen vergessen wird, nachdem man den Film geschaut hat“, ist er überzeugt. Für Muckel war das Besondere an dieser Produktion, dass durch den Dreh neue Erkenntnisse über den Mörder ans Licht gekommen seien.

Weitere Vorführung am 13. Dezember

Austermann war es wichtig, dem Film eine Plattform zu geben. Zumal es auch einen traurigen aktuellen Themenbezug in Warendorf gebe, sagt er nachdenklich. Zwar seien die Morde, die im Film thematisiert werden, in den 1970er-Jahren passiert. Gerade aber Morde an Frauen blieben ein aktuelles Thema. Für Muckel ist klar: „Um den Film zu verstehen, muss man ihn gesehen haben“. Die Chance dazu gibt es im Warendorfer Scala noch einmal am 13. Dezember ab 20 Uhr.

Schon mehr Filme mit regionalem Bezug

Filme mit regionalem Bezug hat Regisseur Detlef Muckel schon in der Vergangenheit gedreht. Der Film „Akte Münsterlandmörder“ sei für ihn jedoch ein ganz besonderes Projekt gewesen. Er habe die Fälle „schon immer gekannt“. Betroffen habe ihn gemacht, dass kein Mensch, mit dem er sich unterhalten hat, die Namen der vier ermordeten Frauen kannte. Das wollte er ändern und hat sich entschlossen, darüber einen Film zu drehen. „Für mich war es wichtig, das Schicksal der Frauen in den Fokus zu rücken. Quasi den Opfern eine Stimme geben“, sagt Muckel im „Glocke“-Interview. Für den Film bediente sich der Regisseur eines neuen Film-Genres: Dokumentations-Drama. Hierbei wird der Zuschauer direkt in das Geschehen förmlich hineingezogen. Im Fall dieser Geschichte wird man in die 1970er-Jahren hineinversetzt.

Recherchen waren nicht einfach

Die Recherchen für den Film hätten seien kein Selbstläufer gewesen, berichtet Muckel. Er habe beispielsweise keine umfassenden Einblicke in die Polizei-Unterlagen erhalten können. In Kooperation mit einer Detektivin und einem IT-Forensiker hat Muckel probiert, sich der Geschichte zu nähern. Zudem habe das Team versucht, möglichst viele Gespräche mit Zeitzeugen zu führen.

„Die Dreharbeiten haben drei Jahre meines Lebens in Anspruch genommen. Das Schicksal der Frauen hat mich manchmal bis tief in die Nacht verfolgt“, fasst Muckel die Arbeit am Filmprojekt zusammen. Manchmal sei er sich „wie ein Detektiv in der damaligen Zeit“ vorgekommen.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.