Samstag „Tag der Bundeswehr“ in Warendorf



Zum „Tag der Bundeswehr“ in Warendorf auf dem Lohwall werden am Samstag, 25. Juni, um die 35.000 Besucher erwartet. 

Briefing an schwerem Gerät: Damit am "Tag der Bundeswehr" auf dem Warendorfer Lohwall am  Samstag, 25. Juni, jeder weiß, wo sein Posten und was seine Aufgabe ist, gab es beim Aufbau am Freitag zahlreiche Einweisungen. Parallel werden auf dem Gelände auch die Finale der Deutschen Reservistenmeisterschaft ausgetragen. Foto: Wild

Warendorf (pw) -Premiere in Warendorf: Der „Tag der Bundeswehr“, mit dem sich die Armee seit 2015 einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, findet 2022 erstmals bundesweit an nur einem Standort statt. Die Bevölkerung ist eingeladen, sich am  Samstag, 25. Juni, von 9.30 bis 18 Uhr auf dem Lohwall über Aufgaben und Ausrüstung der „Parlamentsarmee“ zu informieren.

Gerade angesichts der brenzligen weltpolitischen Situation und der politisch heiß diskutierten Frage von Waffenlieferungen in Kriegsgebiete rechnen die Veranstalter mit rund 35 000 Besuchern und wollen sich auch kritischen Fragen stellen.

Lambrecht kommt nach Warendorf

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) wird am Samstag beim "Tag der Bundeswehr" in Warendorf das Gespräch mit Soldaten suchen. Archivfoto: dpa/SpataBundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hat ihren Besuch angekündigt. Sie wird um 11.15 Uhr nach einem Rundgang die offizielle Eröffnung vornehmen und am Nachmittag auch die Siegerehrung der parallel stattfindenden Deutschen Reservistenmeisterschaft vornehmen, deren militärsportliche Finalwettkämpfe das Publikum live verfolgen kann.

Neben der Bundeswehr zeigen sich rund 50 Aussteller, vorwiegend aus dem Zivil- und Katastrophenschutz, dem Publikum. Wegen des erwarteten Besucheransturms sind rund um Warendorf, aber auch zum Beispiel in Sassenberg, Telgte und Neubeckum, Park+Ride-Stellplätze ausgewiesen, von wo aus ein kostenloser Shuttlebus die Besucher zum Gelände bringt. Eine Parkplatzkarte ist im Internet abzurufen. 

Seit einer Woche im Aufbau

Da muss es hin: (v.l.) Presseoffizier Fregattenkapitän Thomas Krey und der Warendorfer Stabsfeldwebel Volker Hoffmann (Sportschule der Bundewehr) beim Rundgang während des Aufbaus. Im Hintergrund ein "Puma"-Panzer. Foto: Wild„Die Motivationskurve aller steigt von Tag zu Tag, wenn man hier miterlebt, wie die Aufbaupläne, die bisher nur auf dem Papier standen, umgesetzt werden“, sagt Thomas Krey. Der Fregattenkapitän ist Pressechef für den „Tag der Bundeswehr“. Eine lange Planungsphase liegt hinter dem Team, vor einer Woche begannen die Aufbauarbeiten auf dem „Festplatz“, und als die am  Freitag in die finale Phase gingen, herrschte gespannte Freude: „Wir sind alle froh, dass es jetzt losgeht“, sagte Krey  beim „Glocke“-Besuch auf dem Veranstaltungsterrain. 

Neben ihm steht der Warendorfer Volker Hoffmann (Sportschule der Bundeswehr), der den kleinen Presserundgang begleitet, hinter beiden war eines der wohl am meisten beachteten Ausstellungsstücke, der Panzer „Puma“, kettenrasselnd schon aufgefahren.

Das Medieninteresse wird groß

Hintergrund

Zu den Menschen, die für den „Tag der Bundeswehr“ im Hintergrund arbeiten, gehört als Sicherheitschefin Marja Fiering, Regierungs-Oberamtsrätin im Kommando Streitkräftebasis. Sie wies ihr Team gestern ausgiebig ein. An den vier Zugängen für die Öffentlichkeit (zwei im Bereich Wiesengrund / Linnenwiese, je einer an der Teufelsbrücke und am oberen Lohwall) erfolgen Sicherheitschecks. Handtaschen werden kontrolliert, größere Rucksäcke und Getränkeflaschen müssen im Zweifel im Depot zurückgelassen werden. Hunde, Waffen und Drohnen sind tabu.

Die Bundeswehr verspricht sich bundesweite Resonanz auf ihre Imageveranstaltung. Ob wirklich 35 000, ob weniger oder sogar mehr kommen, ist selbstredend ungewiss und dürfte auch vom Wetter abhängen, für das die Prognosen ganz ordentlich klingen. Das Medienecho ist aber absehbar stattlich: Mehr als drei Dutzend Journalisten von 15 Medien, Print, Radio, TV und Digital, haben sich bei Krey angemeldet. Darunter übrigens auch ein Team der satirischen „Heute-Show“. „Damit haben wir kein Problem“, sagt Krey, „wir wollen eben auch zeigen, dass die Bundeswehr kein steifer Haufen ist“.

Sicher hat die Nachricht, dass Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) kommt, das Interesse der Medien bundes- und weltweit (bei Krey hat sogar die „New York Times“ eine Akkreditierung beantragt) beflügelt. Nicht zuletzt wegen des prominenten Besuchs muss das Sicherheitskonzept höchsten Ansprüchen genügen: Wer im Pressetross mit der Ministerin übers Gelände ziehen will, der muss sich vorher im HoT einem umfangreichen Sicherheitscheck unterzogen haben.

Ministerinnen-Statement am Nachmittag

Mit Spannung wird erwartet, was die Ministerin bei einer Pressekonferenz gegen 14.45 Uhr sagen wird – denn angesichts des Kriegs in der Ukraine, der andauernden Diskussion um deutsche Waffenlieferungen und der Drohungen Putins gegen das Nato-Land Litauen ist das mehr als ein touristischer „Fototermin“.

Immerhin fragen sich viele von den rund 900 000 Bundeswehr-Reservisten und ihre Familien, was es für sie bedeuten würde, träfe der „Bündnisfall“ ein. Themen zur Diskussion zwischen Militär und Zivilgesellschaft gibt es genügend heute beim „Tag der Bundeswehr“.

Gucken, staunen, informieren, diskutieren

Gucken, staunen, informieren, diskutieren: Wer heute den „Tag der Bundeswehr“ auf dem Lohwall besucht, bekommt viel geboten. Selbstverständlich bei freiem Eintritt.

Kombiniert ist das Event erstmals mit der Deutschen Reservistenmeisterschaft, bei der 21 Mannschaften aus 16 Bundesländern seit Donnerstag um sportliche Lorbeeren kämpfen, zunächst auf dem Truppenübungsplatz in der Senne, am Freitag  in der Sportschule der Bundeswehr. Die zwölf besten Teams ermitteln am Samstag  bei einem Verfolger-Lauf, der gegen 10 Uhr den Zieleinlauf auf dem Lohwall hat, die vier Finalteilnehmer, die ab 12 Uhr vor Publikum, für das mehrere Tribünen aufgebaut sind, um den Titel militärsporteln.

Emswasser wird zu Trinkwasser

Das Team der Wasseraufbereitung leitet Stabsunteroffizier Oliver Seebode. Hier zeigt er einen Filter, der dem Emswasser mögliche Schadstoffe entzieht. Foto: WildMitmachaktionen sind naturgemäß beschränkt, denn militärisches Kampfgerät ist kein Spielzeug. Und doch gibt es Probierofferten. Dazu gehört der Stand für Trinkwasseraufbereitung, im Ernstfall im Feld Spender für das Überlebens-Elixier. In Warendorf holen Stabsunteroffizier Oliver Seebode und sein Team stündlich 4000 Liter aus der Ems und bereiten diese zu 1600 Litern Trinkwasser auf, das mutige Besucher kosten können. Alles Ungesunde wird zuvor in der der Anlage herausgefiltert: „Viren, Bakterien, Kampfmittel“, zählt Seebode auf, der eigentlich in Husum stationiert ist. Nun, zumindest Kampfmittel sollte er aus der Warendorfer Ems nicht fischen.

Livestream über Bundeswehr-Youtube-Kanal

Übrigens wird das Treiben auf dem Gelände gefilmt und nicht nur auf einen Großbildschirm übertragen, sondern über den Youtube-Kanal der Bundeswehr auch ab 11 Uhr live ins Internet gestreamt.

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